Kunstareal
Achtzehn Museen, sechs Hochschulen, zwei Dutzend Galerien auf wenigen hundert Metern: Das Kunstareal ist die offizielle Marke für das, was die Maxvorstadt seit 1826 ausmacht — und feiert 2026 seinen 200. Geburtstag.
Was ist das Kunstareal?
Der Begriff ist jünger als die Sache. Seit 2009 kooperieren Museen, Hochschulen, Galerien und Kulturinstitutionen der Maxvorstadt unter der Marke „Kunstareal München“; Freistaat und Landeshauptstadt haben ihre Zusammenarbeit 2018 vertraglich besiegelt, seit 2020 gibt es eine eigene Geschäftsstelle (Brienner Straße 21). Getragen wird das Ganze auch vom Förderkreis Kunstareal, den die Stiftung Pinakothek der Moderne 2010 als Zusammenschluss von 13 Freundeskreisen gründete — Schirmherr ist Herzog Franz von Bayern.
Wie groß das Areal ist, hängt davon ab, wen man fragt. kunstareal.de wirbt mit „500 × 500 Metern“ zwischen Königsplatz und Museum Brandhorst; die Stadt rechnet mit rund 66 Hektar zwischen Heßstraße, Türkenstraße, Karlstraße und Richard-Wagner-Straße. Zusammen kommen darin laut Geschäftsstelle 18 Museen und Ausstellungshäuser, über 20 Galerien und sechs Hochschulen — mehr als 50 Institutionen. Die eigene Formel: Kunst × Kultur × Wissen = Erlebnis³.
Der Zuspruch wächst: 2025 zählte die Alte Pinakothek mit 498.000 Besuchern ein Rekordjahr, die Pinakothek der Moderne kam auf 307.500, das Brandhorst auf rund 159.000, das Lenbachhaus auf etwa 290.000. Im Stadtraum weisen seit 2016 die 21 schwarz-weißen Stelen des Designers Nitzan Cohen den Weg von Haus zu Haus.
Die Häuser auf einen Blick
Zwanzig Adressen zwischen Heßstraße und Karlstraße — anklickbar, mit Link zu unseren eigenen Seiten, wo es sie gibt. Die Galerien der Theresienstraße stehen stellvertretend für die 22 Galerien des Viertels.
- 01GlyptothekKönigsplatz 3 · 1830
- 02Staatliche AntikensammlungenKönigsplatz 1
- 03PropyläenKönigsplatz · 1862
- 04Lenbachhaus & KunstbauLuisenstr. 33
- 05NS-DokumentationszentrumMax-Mannheimer-Platz 1 · 2015
- 06Hochschule für Musik und TheaterArcisstr. 12 · ehem. „Führerbau“
- 07Alte PinakothekBarer Str. 27 · 1836
- 08Neue PinakothekBarer Str. 29 · Sanierung bis ca. 2029/30
- 09Pinakothek der ModerneBarer Str. 40 · 2002 · mit Architekturmuseum
- 10Museum BrandhorstTheresienstr. 35a · 2009
- 11TürkentorTürkenstr. 17 · De Maria, „Large Red Sphere“
- 12Staatliches Museum Ägyptischer KunstGabelsbergerstr. 35 · 2013
- 13Hochschule für Fernsehen und FilmBernd-Eichinger-Platz 1 · 2011
- 14Technische Universität MünchenArcisstr. 21 · seit 1868
- 15Museum MineralogiaTheresienstr. 41
- 16Paläontologisches & Geologisches MuseumRichard-Wagner-Str. 10 / Luisenstr. 37 · Eintritt frei
- 17Museum für Abgüsse & Zentralinstitut für KunstgeschichteKatharina-von-Bora-Str. 10 · ehem. NSDAP-Verwaltungsbau
- 18AmerikahausKarolinenplatz 3
- 19St. BonifazKarlstr. 34 · Grablege Ludwigs I.
- 20ERES Projects / GalerienhausTheresienstr. 48 · vier Galerien
Zweihundert Jahre in sechzehn Schritten
Ludwigs Entschluss
Kronprinz Ludwig beschließt in Venedig, München zur Kunststadt zu machen; 1812 ersteigert er die Ägineten für sein künftiges Museum.
Baubeginn Glyptothek
Leo von Klenze beginnt am Königsplatz den ersten Museumsbau des späteren Areals.
Grundstein & Universität
Am 7. April, Raffaels Geburtstag, wird der Grundstein der Alten Pinakothek gelegt; im selben Jahr zieht die Universität von Landshut nach München. Das Jahr, von dem das Kunstareal seine 200 Jahre zählt.
Glyptothek eröffnet
Münchens erstes öffentlich zugängliches Museum.
Alte Pinakothek
Bei der Eröffnung das größte Museum der Welt — mitten auf der grünen Wiese.
Neue Pinakothek
Das erste dauerhafte Museum für zeitgenössische Kunst weltweit.
Propyläen
Klenzes Tor schließt den Königsplatz nach Westen; 1868 folgt die Polytechnische Schule, die heutige TUM.
Lenbach-Villa
Gabriel von Seidl vollendet die Villa des Malerfürsten; 1924 kauft die Stadt, 1929 eröffnet die Städtische Galerie.
Parteiviertel
Die NSDAP bezieht das Braune Haus; ab 1933 Granitplatten und Parteibauten am Königsplatz — 1945 Zerstörung, danach Central Collecting Point und Amerikahaus in den Resten.
Wiederaufbau
Hans Döllgast vollendet den Wiederaufbau der Alten Pinakothek; Gabriele Münter schenkt dem Lenbachhaus den Blauen Reiter.
Neue Pinakothek II
Alexander von Brancas Neubau ersetzt den Kriegsverlust; der Königsplatz wird wieder begrünt (bis 1987).
Pinakothek der Moderne
Vier Museen unter einem Dach — der Wendepunkt für die Ostseite des Areals. 2009 folgt das Museum Brandhorst.
Die Marke
Freistaat und Stadt vereinbaren, die Museums- und Wissenslandschaft gemeinsam zu entwickeln; 2010 Förderkreis Kunstareal, 2013 erstes Kunstareal-Fest, 2016 die 21 Stelen.
NS-Dokumentationszentrum
Am Ort des Braunen Hauses; 2013 zog bereits das Ägyptische Museum in den Neubau an der Gabelsbergerstraße.
Kunstgarten
Der Ideenwettbewerb „Open Kunstareal" endet mit dem Entwurf des Pariser Atelier Roberta — grüne, autoarme Freiräume zwischen den Häusern.
200 Jahre
Staatsempfang in der Alten Pinakothek, Jubiläumsausstellungen, Plakatwettbewerb; das nächste Kunstareal-Fest ist für 2.–4. Juli 2027 angekündigt.
Häuser und
Institutionen.
Museen & Ausstellungshäuser
- № 01Alte Pinakothek
- № 02Neue Pinakothek
- № 03Pinakothek der Moderne
- № 04Museum Brandhorst
- № 05Glyptothek
- № 06Staatliche Antikensammlungen
- № 07Lenbachhaus & Kunstbau
- № 08NS-Dokumentationszentrum
- № 09Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
- № 10Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke
- № 11Paläontologisches Museum
- № 12Geologisches Museum
- № 13Museum Mineralogia
- № 14Türkentor
Zuordnung nach kunstareal.de · Öffnungszeiten und Eintritte bitte beim Haus prüfen.
Fest, Jubiläum, Zukunft
Kunstareal-Fest
Seit 2013 alle zwei Jahre, zuletzt am 27.–29. Juni 2025 unter dem Motto „Freiheit“: über 30 Institutionen, mehr als 40 Orte, freier Eintritt in alle Museen und ein Programm mit Führungen, Konzerten und Werkstätten. Infopunkt ist der Pavillon 333 zwischen Pinakothek der Moderne und Türkentor. Das nächste Fest ist für den 2.–4. Juli 2027 angekündigt.
200 Jahre
Am 7. April 1826, Raffaels Geburtstag, legte Ludwig I. den Grundstein der Alten Pinakothek — der Anlass, von dem das Kunstareal 2026 seine zweihundert Jahre zählt. Der Freistaat feierte mit einem Staatsempfang in der Alten Pinakothek, das Haus mit Jubiläumsausstellungen von Altdorfer bis Rubens, das Areal mit einer neuen Chronik und einem Plakatwettbewerb (Einsendeschluss 21. September 2026).
Open Kunstareal
Die größte Baustelle ist der Raum zwischen den Häusern. Im Ideenwettbewerb „Open Kunstareal“ empfahl die Jury 2024 einstimmig den Entwurf „Kunstgarten“ des Pariser Atelier Roberta — vernetzte grüne Freiräume, mehr Bäume, ganzjährige Sitzplätze, weniger Asphalt; über 13.000 Bürger hatten online mitgestimmt. Seit 2025 läuft die Machbarkeitsphase, 2026 folgt die Konkretisierung mit Bürgerbeteiligung. Parallel wird die Neue Pinakothek seit 2019 generalsaniert (Hild und K / Caruso St John); mit der Wiedereröffnung ist frühestens Ende 2029 zu rechnen, die Theresienstraße bleibt bis etwa 2027/28 eingeschränkt.
Praktisch
Anreise mit der U2 bis Königsplatz oder Theresienstraße, der Tram 27/28 oder dem Bus 100 (Haltestelle Pinakotheken); eigene Parkplätze gibt es nicht. Sonntags kostet der Eintritt in die staatlichen Häuser einen Euro — Alte Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Brandhorst, Glyptothek, Antikensammlungen, Ägyptisches Museum —, unter 18 ist er immer frei. Ganz ohne Eintritt: NS-Dokumentationszentrum, Museum für Abgüsse, Paläontologisches und Geologisches Museum sowie sämtliche Galerien. Montags sind die meisten Museen geschlossen; die Alte Pinakothek öffnet dienstags und mittwochs, die Pinakothek der Moderne und die Glyptothek donnerstags bis 20 Uhr.
Vorab
erkunden.
- → 01Galerien der Maxvorstadt
- → 02Ausstellungen
- → 03Rundgang Kunst & Museen
- → 04Kunstareal Walks
- → 05360°-Rundgang
- → 06Faltplan (PDF)
- → 07Kalender & pulse-Newsletter
Quellen: kunstareal.de · Geschäftsstelle Kunstareal München · Landeshauptstadt München · Bayerische Staatsgemäldesammlungen