Vom Haupteingang Arcisstraße ausgehend – in der Reihenfolge des klassischen Spaziergangs. Jede Karte nennt Lebensdaten und die Grabnummer zur Lokalisierung im Plan.
1Louis Braun
Akademieprofessor, Schlachtenmaler
1836–1916▸ 3-1-20
Schüler der Stuttgarter Kunstschule, geprägt vom Pariser Schlachtenmaler Horace Vernet. Nahm an den Kriegen 1866 und 1870/71 teil und wurde mit großformatigen Panoramen berühmt – sein Meisterwerk ist die »Reiterattacke von Mars-la-Tour«. Im selben Grab erinnert eine Tafel an seinen Sohn Hanns Braun (1886–1918), Bildhauer und Ausnahme-Leichtathlet: Bronze über 800 m bei den Olympischen Spielen 1908 in London.
2Johann Bauschinger
Professor der Technischen Hochschule
1834–1893▸ 3-3-4
Mathematiker und Physiker, ab 1886 an der Technischen Hochschule. Begründete den Lehrstuhl für Mechanik mit mechanisch-technischem Laboratorium und staatlichem Materialprüfamt – sein Hauptverdienst um die deutsche Feinmesskunst in der Materialprüfung.
1829–1871▸ 2-12-5
Münchner Schlachten- und Orientmaler, ausgebildet u. a. bei Albrecht Adam. Reiste nach Spanien, Nordafrika und 1858 in den Kaukasus, dessen Kämpfe er in zahllosen Skizzen festhielt. Die Neue Pinakothek besitzt sein Bild »Araber zu Pferd«.
1840–1879▸ 2-4-1
Wiener Genremaler, kam über ein Stipendium in die Münchner Piloty-Klasse. Bekannt durch »Die ereilten Flüchtlinge«; »Ländliches Fest in Schwaben« hängt in der Neuen Pinakothek.
5Wilhelm Bauer
Ingenieur und Erfinder
1822–1875▸ 2-1-10
Erfinder des ersten deutschen U-Boots: Sein »Brandtaucher« lief 1851 im Kieler Hafen vom Stapel. Eine Nachbildung steht im Deutschen Museum. Die ovale, am Boden liegende Grabplatte zeigt die efeuumrankten Konturen eines Brandtauchers.
6Isidor Silbernagl
Universitätsprofessor, Kirchenrechtler
1831–1904▸ 1-14-29
Professor für katholisches Kirchenrecht und Kirchengeschichte in München; forschte u. a. zum Eherecht der griechischen Kirche und zum Buddhismus.
7Ludwig Steub
Rechtsanwalt, Ethnograph, Reiseschriftsteller
1812–1888▸ M-li-5
Aichacher Anwalt, der nach Jahren in Griechenland zum gefeierten Reiseschriftsteller wurde. Sein »Drei Sommer in Tirol« gilt als unübertroffen. Eine Straße im Münchner Osten trägt seinen Namen.
8Johann Nepomuk v. Fäustle
Jurist, Staatsminister
1822–1887▸ M-li-8/9
Liberaler bayerischer Justizminister, der das bayerische Recht nach 1871 an das Reichsrecht anglich und das Gerichtswesen reorganisierte. Mitbegründer der Burschenschaft »Danubia«.
9Gottfried v. Neureuther
kgl. Oberbaudirektor, Professor
1811–1887▸ M-li-10/11
Bedeutender Münchner Architekt des Historismus. Errichtete 1866–68 das Polytechnikum (spätere Technische Hochschule) und ab 1876 die Kunstakademie. Die Neureutherstraße ist nach ihm und seinem Bruder benannt.
10Benignus v. Safferling
General, Kriegsminister
1827–1899▸ M-li-16
General der Infanterie und Generaladjutant König Ludwigs II., ab 1890 bayerischer Kriegsminister mit der Reorganisation des Heerwesens. Eine Seitenstraße der Arnulfstraße trägt seinen Namen.
11Georg Ritter v. Krauss
Lokomotivkonstrukteur, Industrieller
1826–1906▸ M-li-44/45
Gründete 1866 in München die »Lokomotivfabrik Krauss & Comp.« am Marsfeld; 1867 Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung. Bis zu seinem Tod entstanden über 5500 Lokomotiven. 1931 mit Maffei vereinigt – heute Krauss-Maffei. Seine Beerdigung 1906 zog eine riesige Trauermenge an den Friedhof.
12Künstlergrab
Sammelgrab für 14 Münchner Künstler
19. Jh.▸ M-li-52-57
Gemeinschaftsgrab für 14 Maler der Münchner Schule, darunter Emil Albert Kirchner, Dieter Langko, Konrad Grob, Franz Xaver Weber, Wilhelm Lichtenheld, Albert Zimmermann, Adolf Stäbli, Albert Gräfle und Caspar Boshart.
13Hermann Ritter v. Lingg
Dr. med., Dichter
1820–1905▸ M-li-99
Bayerischer Militärarzt, der als Lyriker zum Kreis der »Münchner Dichter« um Emanuel Geibel gehörte und von König Maximilian II. gefördert wurde.
14Heinrich Tillmann
Direktor der Bayerischen Staatsbibliothek
1852–1939▸ 5-3-6
Altphilologe, ab 1883 an der Münchner Staatsbibliothek, die er bis 1917 leitete. 1916 von König Ludwig III. ausgezeichnet.
15August Gemming
Altmünchner Original
1837–1893▸ 5-10-9
Stadtbekanntes Münchner Original des 19. Jahrhunderts, dem Zuber ein humorvolles Porträt widmet.
16Carl v. Alwens
Vizepräsident der Abgeordnetenkammer
1820–1889▸ 9-8-44
Oberlandesgerichtsrat und Landespolitiker mit Leidenschaft für die Heimatgeschichte. Im selben Grab ruhen Karolina und Julie von Roos, die 1896 einem Raubmord zum Opfer fielen.
17Clara Heese
Hofschauspielerin
1861–1921▸ 10-2-37
Aus Dresden stammende Schauspielerin, ab 1882 am Münchner Hoftheater engagiert.
1826–1887▸ 10-8-43
In München geborener Architektur- und Stadtansichtenmaler, ältestes von zehn Kindern; sein Zeichentalent zeigte sich schon am Ludwigsgymnasium.
19Josef Maillinger
Kunsthändler
1831–1884▸ 10-8-35
Sammler und Kunsthändler, dessen »Maillinger-Sammlung« zu einer wichtigen bildlichen Quelle zur Münchner Stadtgeschichte wurde.
20Familie Moradelli
Schlosser- und Wachdienst-Dynastie
ab 1768▸ 10-11-27
Grabstätte der Schlosserfamilie Moradelli; Andreas Moradelli (geb. 1768) kam 1790 aus Trient nach München. Die dritte Generation begründete eine Wach- und Schließgesellschaft.
21Michael v. Wagmüller
Bildhauer
1840–1881▸ 9-15-4/5
Schüler der Münchner Akademie, zeitweise auch in London tätig. Sein eigenes Werk auf seinem Grab ziert das Umschlagbild von Zubers Buch.
22Wilhelm Ritter v. Gümbel
Geologe, Oberbergdirektor
1823–1898▸ M-li-127
Kartierte Bayern geologisch in bis dahin unerreichter Genauigkeit (Maßstab 1:100 000). Nach ihm ist das Mineral »Gümbelit« benannt; Ehrenbürger der Stadt München.
23Gustav v. Schlör
Staatsminister, Jurist
1820–1883▸ M-li-128/129
Mitglied des Frankfurter Parlaments von 1848 und der bayerischen Kammer; als Direktor der Bayerischen Ostbahn ein Wegbereiter des Eisenbahnwesens.
24Ludwig v. d. Tann-Rathsamhausen
General der Infanterie
1815–1881▸ Arkade 3
Ludwig Samson Arthur Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen, einer der prominentesten bayerischen Heerführer des 19. Jahrhunderts; sein Begräbnis war ein militärisches Großereignis. Die Tannstraße trägt seinen Namen.
25Lucile Grahn-Young
Hofballettdirektrice, Tänzerin
1819–1907▸ Arkade 5
Aus Kopenhagen stammender Ballettstar der Romantik, ab dem 15. Lebensjahr als »einzigartiger Stern« gefeiert; später Hofballettdirektrice in München.
26Friedrich Dahn
Schauspieler
1811–1889▸ 14-11-22/23
Von 1834 bis 1878 gefeiertes Mitglied des Münchner Hoftheaters und Vater des Schriftstellers Felix von Dahn (»Ein Kampf um Rom«).
1822–1895▸ 14-12-24/25
In Eußenhausen bei Mellrichstadt geborener Maler der Münchner Schule.
28Carl August Lebschee
Maler, Schilderer Altmünchens
1800–1877▸ 14-10-33
Schilderer des alten München und Bayerns, der zeitlebens in ärmlichen Verhältnissen lebte; seine Veduten sind heute kunsthistorische Quellen.
29Wilhelm v. Diez
Akademieprofessor, Maler
1839–1907▸ 15-1-33
Einer der einflussreichsten Lehrer der Münchner Akademie; aus der »Diez-Schule« gingen zahlreiche bedeutende Maler hervor.
30Julius v. Zumbusch
Bildhauer
1832–1908▸ 15-1-21
Bildhauer aus Westfalen, ausgebildet u. a. bei Johann von Halbig; verkehrte zunächst im Görres-Kreis.
31Adalbert Niklitschek
Konzertsänger
um 1847–?▸ 15-13-3
Konzertsänger aus Möhrenbach in Thüringen, in München wirkend.
1838–1891▸ 16-1-19
Regensburger Maler, spezialisiert auf Pferde- und Kriegsbilder in allen Bewegungsarten.
33Theodor Trautwein
Alpinist, Bibliothekar
1833–1894▸ 12-2-5
Erster Sekretär der Hof- und Staatsbibliothek, Mitbegründer des Alpenvereins und Namensgeber des »Trautwein«-Reiseführers; ausgezeichneter Bergsteiger.
34Michael Joseph Roßbach
Universitätsprofessor, Mediziner
1842–1894▸ 12-5-1
Pharmakologe und Direktor der Medizinischen Klinik, verdient als Kehlkopfspezialist; Verfasser einer »Arzneimittellehre«.
35Joseph Berchtold
Universitätsprofessor, Jurist
1833–1894▸ 12-6-1
Professor der Rechte sowie des Staats- und Kirchenrechts an der Münchner Universität.
36Heinrich Gerber
kgl. Oberbaurat, Ingenieur
1832–1912▸ M-re-148
Schöpfer des »Gerberträgers« (Auslegebrücke), der dem Brückenbau weltweit neue Wege wies. Baute u. a. die Großhesseloher Eisenbahnbrücke und die im Krieg zerstörte Halle des Hauptbahnhofs; Ehrendoktor.
37Karl Max v. Bauernfeind
Professor, Geodät
1818–1894▸ M-re-150/152
Mathematiker und Geodät aus Nürnberg, Mitbegründer und erster Direktor der Technischen Hochschule München – einer der Väter des Münchner Wissenschaftsstandorts.
38Franz Nachbaur
Opernsänger (Tenor)
1830–1902▸ 12-14-11
Gefeierter Tenor und Kammersänger (1866–90) am Münchner Hoftheater, Günstling König Ludwigs II.; sang Tannhäuser, Lohengrin und Siegmund.
39Hans v. Bartels
Maler, Professor
1856–1913▸ 12-11-25/27
Hamburger Marine- und Genremaler, ausgebildet u. a. bei Carl Oesterley; später Professor in München.
40Martin Kiliani
Chemiker, Fabrikdirektor
1858–1895▸ 12-13-32/33
Chemiker und Fabrikdirektor, ausgebildet bei dem Metallurgen Karl Stölzel an der Technischen Hochschule.
41Wilhelm v. Christ
Universitätsprofessor, Philologe
1831–1906▸ 12-2-31/32
Bedeutender Gräzist, Rektor der Universität 1891/92 und Mitglied der Reichs-Schulkommission; forschte zu Metrik, Pindar und Homer.
42Wilhelm Heinrich v. Riehl
Kulturhistoriker
1823–1897▸ 12-1-33
Universitätsprofessor und Begründer der Volkskunde als Wissenschaft, Verfasser von »Land und Leute«; eine Straße in Laim trägt seinen Namen.
43Französische Soldaten
Kriegsgräber 1870/71
1870/71▸ 7-10-2/3
Ursprünglich 202 in Reihengräbern bestattete französische Kriegsgefangene des Deutsch-Französischen Krieges. Für die 193 verbliebenen Toten errichtete die französische Regierung ein Denkmal.
44Albert Schmidt
Architekt, Akademieprofessor
1841–1913▸ M-re-82/84
Münchner Architekt, ab 1889 an der Kunstakademie. Errichtete bedeutende Bauten wie die (1938 zerstörte) Hauptsynagoge, die Lukaskirche und den Löwenbräukeller.
45Heinrich Davideit
Hofschauspieler
1833–1907▸ 8-10-24
Aus Memel stammender Schauspieler am Münchner Hoftheater.
46Rudolf Oldenbourg
Verlagsbuchhändler
1811–1903▸ M-re-49/51
Begründer des Verlags R. Oldenbourg; rief die erste deutsche technische Fachzeitschrift ins Leben.
47Carl Gustav Hellquist
Maler
1851–1890▸ 4-13-27
Schwedischer Historienmaler, der in München wirkte.
1815–1890▸ 4-14-29
Aus Villingen stammender Maler der Münchner Schule.
49Johann Alphons v. Helferich
Hofrat, Universitätsprofessor
1817–1892▸ 4-2-20
Nationalökonom, ab 1870 Professor in München als Nachfolger Friedrich von Hermanns.
50Heinrich Jakob Fried
Maler und Konservator
1802–1870▸ 3-9-8
Maler und Konservator; mit ihm schließt der Rundgang nahe dem Ausgangspunkt an der Arcisstraße.