Pinakotheken
Drei Pinakotheken, eine Glyptothek, ein Brandhorst, ein Lenbachhaus, ein NS-Doku — das Kunstareal an der Briennerstraße zählt zu den weltweit dichtesten Museumsregionen, mit einem chronologischen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart.
Der Königsplatz
Leo von Klenze gestaltete den von Karl von Fischer geplanten Königsplatz nach seinen Vorstellungen. Neben seine 1830 fertiggestellte Glyptothek setzte er mit den Propyläen ein pseudogriechisches Stadttor an das damalige westliche Ende Münchens — korrespondierend zum Siegestor seines Konkurrenten Friedrich von Gärtner. Statt eines Museums als Stadttor im Norden, ein Tor als Museum im Westen.
Gegenüber der Glyptothek entstanden später die Staatlichen Antikensammlungen. Der Königsplatz war von Anfang an als Ensemble gedacht — bis ihn die Nationalsozialisten 1937 mit Granitplatten überpflastern und mit zwei „Ehrentempeln" plus den Verwaltungsgebäuden der NSDAP einrahmen ließen. Seit den 1980ern wurde der Platz wieder begrünt, die NS-Bauten stehen teilweise noch (heute: Hochschule für Musik und Theater, Musikhochschule, Staatliche Antikensammlungen-Magazine).
Die drei Pinakotheken
Klenze errichtete 1826 die Alte Pinakothek — mitten in die grüne Wiese. Sie sollte Schloss-Format haben und der wachsenden Sammlung der Wittelsbacher Raum geben. Klenze experimentierte hier mit der Wirkung von Oberlichtern und setzte architektonische Maßstäbe für Galerien weltweit. Heute beherbergt sie europäische Malerei vom 13. bis 18. Jahrhundert: Dürer, Cranach, Tizian, Rubens, Rembrandt, Velázquez.
Die Neue Pinakothek ergänzt seit 1853/2003 die Sammlung mit Werken des 19. Jahrhunderts. Die Pinakothek der Moderne öffnete 2002 auf dem Areal der einstigen Türkenkaserne — sie vereint Kunst, Architektur, Design und Werke auf Papier unter einem Dach.
Brandhorst & Lenbachhaus
Das Museum Brandhorst (2009) zeigt zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt Cy Twombly, Andy Warhol, Damien Hirst — in einem Bau aus 36.000 farbigen Keramikstäben (Sauerbruch Hutton).
Das Lenbachhaus — die einstige Villa des „Malerfürsten" Franz von Lenbach — bewahrt mit der weltweit bedeutendsten Sammlung zum Blauen Reiter Werke von Kandinsky, Münter, Marc, Macke, Jawlensky, Klee. Der Neubau von Foster + Partners (2013) ergänzt die historische Villa um den Kunstbau (im U-Bahnhof Königsplatz).
Das Kunstareal
Was die Maxvorstadt an Museen versammelt, hat einen offiziellen Namen: das Kunstareal München. Auf einer Fläche von nur 500 × 500 Metern zwischen Königsplatz und Pinakotheken liegen Museen, Ausstellungshäuser, Hochschulen und Kulturinstitutionen so dicht beieinander wie kaum irgendwo sonst — kunstareal.de nennt es „Europas größtes Kulturcluster“ und bringt es auf die Formel Kunst × Kultur × Wissen = Erlebnis³.
Die Zählung beginnt 1826: In diesem Jahr begann Klenze den Bau der Alten Pinakothek, und die LMU kam nach München — weshalb das Areal 2026 sein 200-jähriges Bestehen feiert. Institutionalisiert wurde die Idee erst spät: 2010 gründete die Stiftung Pinakothek der Moderne unter der Schirmherrschaft von Herzog Franz von Bayern den Förderkreis Kunstareal, der 13 Freundeskreise vereint; Stadt und Freistaat entwickeln das Quartier seither gemeinsam weiter. Seit 2013 findet alle zwei Jahre das Kunstareal-Fest statt — über 300 Veranstaltungen an 40 Orten, bei freiem Eintritt in alle Museen. Im Stadtraum weisen seit 2016 die 21 zylindrischen Stelen des Designers Nitzan Cohen den Weg.
Praktisch
Anreise am besten mit der U2 bis Königsplatz oder der Buslinie 100 („Museumslinie“) — ein eigenes Parkhaus hat das Areal nicht. Sonntags kostet der Eintritt in die staatlichen Museen nur 1 Euro, unter 18 ist er immer frei. Ganz ohne Eintritt: NS-Dokumentationszentrum, Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, Geologisches und Paläontologisches Museum, Amerikahaus und St. Bonifaz sowie sämtliche Galerien im Areal. Montags sind die meisten Museen geschlossen.
Museen
der Maxvorstadt.
- № 01 Alte Pinakothek
- № 02 Neue Pinakothek
- № 03 Pinakothek der Moderne
- № 04 Museum Brandhorst
- № 05 Lenbachhaus & Kunstbau
- № 06 Glyptothek
- № 07 Staatliche Antikensammlungen
- № 08 NS-Dokumentationszentrum
- № 09 Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
- № 10 Architekturmuseum der TU München
- № 11 Deutsches Theatermuseum
- № 12 Paläontologisches Museum
- № 13 Museum Mineralogia
- № 14 Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke
- № 15 Geologisches Museum
- № 16 Türkentor
Externe Links · Öffnungszeiten und Eintritte bitte beim Museum direkt prüfen.
Vorab
erkunden.
- → 01 360°-Rundgang
- → 02 Kunstareal Walks
- → 03 Führungen
- → 04 Faltplan (PDF)
- → 05 Kalender & pulse-Newsletter
Quelle: kunstareal.de · Geschäftsstelle Kunstareal München
Eine Stadt machen,König Ludwig I. von Bayern · 1825
die Deutschland
zur Ehre gereichen
soll.
Zum Weiterlesen
Der Auftaktband der Maxvorstadt-Reihe widmet sich der Identität des Viertels zwischen „Kunst-Areal“, „MuseumsViertel“ und gewachsenem Kulturort — mit einem stadtbaugeschichtlichen Leitaufsatz von Klaus Bäumler, einem Überblick zum literarischen Leben 1850–1968 und einem Beitrag zur protestantischen Maxvorstadt.