Kunst / Museen

Pina­ko­theken

Drei Pinakotheken, eine Glyptothek, ein Brandhorst, ein Lenbachhaus, ein NS-Doku — das Kunstareal an der Briennerstraße zählt zu den weltweit dichtesten Museumsregionen, mit einem chronologischen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart.

Der Königsplatz

Leo von Klenze gestaltete den von Karl von Fischer geplanten Königsplatz nach seinen Vorstellungen. Neben seine 1830 fertiggestellte Glyptothek setzte er mit den Propyläen ein pseudogriechisches Stadttor an das damalige westliche Ende Münchens — korrespondierend zum Siegestor seines Konkurrenten Friedrich von Gärtner. Statt eines Museums als Stadttor im Norden, ein Tor als Museum im Westen.

Königsplatz München in winterlichem Schwarzweiß: Blick entlang einer Baumallee Richtung Propyläen, im linken Bildrand die Flanke der Glyptothek.
Königsplatz Klenze · 1816–1862 · Propyläen-Achse

Gegenüber der Glyptothek entstanden später die Staatlichen Antikensammlungen. Der Königsplatz war von Anfang an als Ensemble gedacht — bis ihn die Nationalsozialisten 1937 mit Granitplatten überpflastern und mit zwei „Ehrentempeln" plus den Verwaltungsgebäuden der NSDAP einrahmen ließen. Seit den 1980ern wurde der Platz wieder begrünt, die NS-Bauten stehen teilweise noch (heute: Hochschule für Musik und Theater, Musikhochschule, Staatliche Antikensammlungen-Magazine).

Die drei Pinakotheken

Klenze errichtete 1826 die Alte Pinakothek — mitten in die grüne Wiese. Sie sollte Schloss-Format haben und der wachsenden Sammlung der Wittelsbacher Raum geben. Klenze experimentierte hier mit der Wirkung von Oberlichtern und setzte architektonische Maßstäbe für Galerien weltweit. Heute beherbergt sie europäische Malerei vom 13. bis 18. Jahrhundert: Dürer, Cranach, Tizian, Rubens, Rembrandt, Velázquez.

Alte Pinakothek aus der Distanz, gesehen durch den Maschendraht eines Bauzauns — die klassizistische Fassade verschwimmt hinter den Vertikalen der Zaunpfosten.
Alte Pinakothek Leo von Klenze · 1826–1836 · Barer Str. 27

Die Neue Pinakothek ergänzt seit 1853/2003 die Sammlung mit Werken des 19. Jahrhunderts. Die Pinakothek der Moderne öffnete 2002 auf dem Areal der einstigen Türkenkaserne — sie vereint Kunst, Architektur, Design und Werke auf Papier unter einem Dach.

Brandhorst & Lenbachhaus

Das Museum Brandhorst (2009) zeigt zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt Cy Twombly, Andy Warhol, Damien Hirst — in einem Bau aus 36.000 farbigen Keramikstäben (Sauerbruch Hutton).

Das Lenbachhaus — die einstige Villa des „Malerfürsten" Franz von Lenbach — bewahrt mit der weltweit bedeutendsten Sammlung zum Blauen Reiter Werke von Kandinsky, Münter, Marc, Macke, Jawlensky, Klee. Der Neubau von Foster + Partners (2013) ergänzt die historische Villa um den Kunstbau (im U-Bahnhof Königsplatz).

Eine Stadt machen,
die Deutschland
zur Ehre gereichen
soll.
König Ludwig I. von Bayern · 1825