Deutschlands größte Architektursammlung
Das Architekturmuseum der Technischen Universität München verwahrt die umfangreichste Architektursammlung Deutschlands: rund 500.000 Pläne und Zeichnungen, etwa 100.000 Fotografien sowie Modelle vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Es ist eines der vier Häuser unter dem Dach der Pinakothek der Moderne — neben der Sammlung Moderne Kunst, der Staatlichen Graphischen Sammlung und der Neuen Sammlung (Design).
Anders als ein Museum mit fester Dauerausstellung versteht sich das Haus als Archiv mit Ausstellungsbetrieb: Aus dem Bestand heraus kuratiert es jährlich mehrere große, international beachtete Wechselausstellungen zu Architekturgeschichte und Gegenwartsfragen des Bauens.
Von der Lehrsammlung zum Museum
Die Wurzeln reichen bis 1868 zurück, als an der Neuen Polytechnischen Schule — der Vorläuferin der TU München — eine Lehrsammlung für die Architekturausbildung eingerichtet wurde. 1912 erhielt die Sammlung im Hochschulneubau von Friedrich von Thiersch an der Gabelsbergerstraße eine repräsentative Raumflucht. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren wandelte sie sich allmählich von der Vorbildsammlung zum wissenschaftlichen Architekturarchiv; eine rechtzeitige Auslagerung bewahrte die Bestände im Zweiten Weltkrieg vor der Zerstörung.
Seit 1975 wurde die Spezialsammlung systematisch in ein Archiv mit Museumsfunktion überführt. Winfried Nerdinger, ab 1986 Professor für Architekturgeschichte an der TUM, wurde 1988 zum ersten Direktor des „Architekturmuseums der TU München" ernannt und verschaffte ihm mit zahlreichen Ausstellungen internationale Beachtung. Mit der Eröffnung der Pinakothek der Moderne erhielt das Museum im September 2002 eigene Präsentationsräume im Kunstareal. Seit der Emeritierung Nerdingers leitet Andres Lepik das Haus (seit 2012).
Besuch im Kunstareal
Das Architekturmuseum zeigt seine Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, mitten im Museumsquartier der Maxvorstadt. Wie das Haus die Baukunst der letzten zwei Jahrhunderte einordnet, lässt sich gut mit unserem Architektur-Kapitel verbinden, das die Bauten des Viertels nach Epochen erschließt.
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Museumsquartier.
Vier Pinakotheken, Brandhorst, Lenbachhaus, Glyptothek — die dichteste Museumsregion Europas, alles fußläufig.