Maxvorstadt / Topografie

Das
Viertel

Stadtbezirk 03, 4,3 km², drei Bereiche, eine kollektive Identität. Von Klenzes Ludwigstraße bis zu den Backsteinhallen der Krauß'schen Lokomotivfabriken.

52.434Einwohner · 31.12.2024
67,4 %Einpersonen­haushalte
~100KStudierende tagsüber
4,3 km²Fläche

Wo das Viertel beginnt — und endet

Der heutige Stadtbezirk 3 Maxvorstadt entstand 1992 aus einer Verwaltungsreform, in der der Stadtrat seine 41 Bezirke auf 24 reduzierte. Seitdem fasst die Maxvorstadt die historischen Bezirke 5, 6 und 7 zusammen — einschließlich der alten Schönfeldvorstadt.

Im Osten beginnt sie am Odeonsplatz und reicht über die Galeriestraße bis zur Königinstraße. Im Norden geht es entlang der Schackstraße über die Leopoldstraße bis zur Georgenstraße. Im Westen begrenzen Lothstraße, Maillingerstraße, Marsstraße und Helmholtzstraße. Im Süden sind es die Bahngleise, die Arnulfstraße und die Prielmayerstraße bis zum Lenbachplatz. Von dort geht es über den Maximiliansplatz und die Briennerstraße zurück zum Odeonsplatz.

Bis 1909 reichte die Maxvorstadt im Norden sogar bis zur Hohenzollernstraße — und umschloss damit Bereiche des heutigen Schwabings, die damals als Zentrum der „Schwabinger" Boheme galten. Als Kandinsky 1906 in die Ainmillerstraße zog, lebte er also in der Maxvorstadt.

Drei Charaktere, ein Bezirk

Die Maxvorstadt zeigt sich gegenwärtig auf den ersten Blick nicht als homogener Bezirk. Im Westen trennen die Ausfallstraßen Seidl- und Dachauer Straße den industriell und von Brauereien geprägten Teil so sehr ab, dass er allgemein als zu Neuhausen zugehörig empfunden wird.

Die Gegend um Karl-, Gabelsberger- und Schleißheimer Straße bis zum Hauptbahnhof ist weiterhin beeinflusst von der Bahnhofsnähe. Die Fläche rundum den Maximiliansplatz gehört mit ihren Diskotheken zur kilometerlangen Party-Meile Münchens. Das großzügige Kunstareal mit den Pinakotheken steht im Kontrast zur engen Wohnbebauung Richtung Schwabing. Und die Hochschulen mit ihren zigtausend Studierenden drücken dem Viertel rundum den Geschwister-Scholl-Platz ihren ganz eigenen Stempel auf.

Drei Karten

Das Viertel
in drei Teilen.

Stadtplan

Die Maxvorstadt,
maßstabs­getreu.

Interaktive Karte aller Bauten und Plätze. Roter Punkt: Bauten und Museen. Schwarzer Punkt mit rotem Ring: NS-Schauplätze. Klicken Sie auf einen Marker, um zur Detailseite zu gelangen.

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Wer hier lebt

Zum 31. Dezember 2024 lebten 52.434 Menschen im Stadtbezirk — ein Plus von rund 3.500 gegenüber 2010. Knapp drei Viertel besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, der Anteil der 20- bis 30-Jährigen ist überdurchschnittlich hoch: Der „Schwabing"-Faktor zieht. Mit 67,7 % Einpersonenhaushalten ist die Maxvorstadt nach wie vor der Single-Stadtteil schlechthin in der Single-Metropole München — der höchste Wert aller 25 Stadtbezirke.

Entsprechend hoch ist die Fluktuation. Die Maxvorstadt liegt mit ihrer Arbeitslosenquote unter dem Münchner Durchschnitt von 4,5 % (Stand 2023) und gehört damit zu den wirtschaftlich stabilsten Vierteln der Stadt — gemeinsam mit Altstadt-Lehel und Bogenhausen. Demografisch altert das Viertel zwar leicht (plus 1,3 Jahre im Median), bleibt aber dank der drei Hochschulen vergleichsweise jung.

Wer hier arbeitet

Die Hochschulen — LMU, TU, Hochschule für Musik und Theater, Hochschule für Philosophie, Hochschule für Politik, Akademie der Bildenden Künste — bringen rund 100.000 Studierende und ihre Lehrenden täglich ins Viertel. Dazu die Bayerische Bundesbank, das Bayerische Hauptstaatsarchiv, drei Ministerien an der Ludwigstraße, Verlagshäuser, Galerien, Werbe- und Architekturbüros.

Eingang Technische Universität München, Arcisstraße 21: frontaler Schwarzweiß-Blick auf die rhythmische Pfeilerreihe des Vordachs und den Schriftzug ‚Technische Universität'.
Technische Universität München Eingang Arcisstr. 21 · Maxvorstadt

Das Bayerische Landeskriminalamt sitzt seit 1962 in der Maillingerstraße 15 — wo zuvor die im Krieg zerstörte Artilleriekaserne stand. Mit rund 1.600 Mitarbeitern.