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Rundgang · Jüdische Maxvorstadt

Eine Stadttopografie in drei Zeitebenen: bürgerliche Blüte vor 1933, Vertreibung und Auslöschung 1933–1945 — und das Wieder-Sichtbarwerden jüdischen Lebens in der Mitte der Stadt.

10 Stationenca. 4 km (mit südlicher Verlängerung) · Längeca. 2,5 Std. · GehzeitZu Fuß · Apple Karten

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Zwischen Arcisstraße, Brienner Straße und St.-Jakobs-Platz lässt sich Münchens jüdische Geschichte als Stadttopografie lesen. Dieser Rundgang macht drei Zeitebenen sichtbar: das selbstverständliche jüdische Leben vor 1933, seine systematische Auslöschung — und die Rückkehr jüdischen Lebens in die Mitte der Stadt seit 2006. Die Synagogen lagen am südlichen Rand der Maxvorstadt; die Stationen 9 und 10 bilden eine optionale Verlängerung in die Altstadt.

Die Route
  1. 01 · Bernheimer-Haus
  2. 02 · Galerie Heinemann
  3. 03 · Palais Pringsheim / Führerbau
  4. 04 · Salon Bruckmann
  5. 05 · Karolinenplatz — Israel & Yad Vashem
  6. 06 · NS-Dokumentationszentrum
  7. 07 · Wohnung Lion Feuchtwanger
  8. 08 · LMU — Lehrstuhl Jüdische Geschichte
  9. 09 · Gedenkstein Alte Hauptsynagoge
  10. 10 · Jüdisches Zentrum am St.-Jakobs-Platz

Hinweis zu Apple Karten: Jede Station öffnet als eigener Stecknadel-Punkt in der App „Karten". Apple Karten kann pro Link nur ein Ziel anzeigen; für die Navigation in „Karten" auf „Route" tippen und das Gehsymbol wählen. Die Stationen sind in sinnvoller Laufreihenfolge nummeriert.

Stationen

Schritt für Schritt.

  1. 01

    Bernheimer-Haus

    Lenbachplatz 3, 80333 München

    1864 gegründet, ab 1887 in dem nach ihm benannten Haus — L. Bernheimer war eines der renommiertesten Häuser Europas für Antiquitäten und Wohnungsausstattung. Otto Bernheimer und seine Söhne wurden in der Pogromnacht 1938 nach Dachau verschleppt, das Geschäft »arisiert«. Otto Bernheimer kehrte 1945 zurück und baute das Haus wieder auf.

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  2. 02

    Galerie Heinemann

    Lenbachplatz 5/6, 80333 München

    Gegründet 1872 von David Heinemann, bis 1938 eine der bedeutendsten Adressen für Malerei des 19. Jahrhunderts. Der Neubau von 1904 wurde 1938 »arisiert«; die Bestände sind bis heute Gegenstand intensiver Provenienzforschung.

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  3. 03

    Palais Pringsheim / Führerbau

    Arcisstraße 12, 80333 München

    Im Palais an der Arcisstraße 12 führten Alfred und Hedwig Pringsheim ab 1890 einen der bedeutendsten Salons der Stadt; Tochter Katia heiratete 1905 Thomas Mann. 1933 wurde der 83-jährige Pringsheim zum Verkauf gedrängt, das Palais abgerissen. An seiner Stelle errichtete Paul Ludwig Troost den Führerbau — heute Hochschule für Musik und Theater, weiterhin Arcisstraße 12.

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  4. 04

    Salon Bruckmann

    Karolinenplatz 5, 80333 München

    Der Verlegersalon Hugo und Elsa Bruckmanns am Karolinenplatz — ein Ort, an dem sich bürgerliche Kultur und früher Nationalsozialismus berührten. Die doppelte Überschreibung der Stadtschicht wird hier greifbar.

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  5. 05

    Karolinenplatz — Israel & Yad Vashem

    Karolinenplatz, 80333 München

    Das Generalkonsulat des Staates Israel — das einzige Israels in Europa — residiert seit 2011 am Karolinenplatz, mitten im ehemaligen NSDAP-Parteiviertel. Am 28. Mai 2026 fiel die Entscheidung, hier auch das erste Yad-Vashem-Bildungszentrum außerhalb Israels anzusiedeln. Eine bewusst gewählte symbolische Topografie.

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  6. 06

    NS-Dokumentationszentrum

    Brienner Straße 34 / Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München

    Auf dem Grundstück des »Braunen Hauses« — zuvor das jüdische Barlow-Palais — eröffnete 2015 das NS-Dokumentationszentrum. Der weiße Kubus dokumentiert »München und der Nationalsozialismus« und markiert die Leerstelle, die das Parteiviertel hinterließ.

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  7. 07

    Wohnung Lion Feuchtwanger

    Georgenstraße 24, 80799 München

    Von 1918 bis 1925 wohnte der Schriftsteller Lion Feuchtwanger hier im 3. Stock, an der Grenze zu Schwabing. Brecht und die Manns gingen ein und aus; hier entstanden erste Entwürfe zu »Jud Süß« und »Erfolg«. 1933 ausgebürgert, entzog ihm die LMU den Doktorgrad; er starb 1958 im kalifornischen Exil.

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  8. 08

    LMU — Lehrstuhl Jüdische Geschichte

    Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

    An der Ludwig-Maximilians-Universität wurde 1997 der erste Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur in Deutschland eingerichtet. Er steht für das jüdische Profil der LMU, das bis 1933 prägend war und dann fast vollständig zerschlagen wurde.

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  9. 09

    Gedenkstein Alte Hauptsynagoge

    Herzog-Max-Straße / Maxburgstraße, 80333 München

    Optionale Verlängerung in die Altstadt: Die 1887 eingeweihte Hauptsynagoge mit über 1.000 Plätzen stand hier bis Juni 1938. Auf persönlichen Befehl Hitlers — fünf Monate vor der Pogromnacht — abgerissen; es war die erste von den Nationalsozialisten zerstörte Synagoge Deutschlands. Seit 1969 erinnert ein Gedenkstein von Herbert Peters.

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  10. 10

    Jüdisches Zentrum am St.-Jakobs-Platz

    St.-Jakobs-Platz 16–18, 80331 München

    Höhe- und Schlusspunkt: Am 9. November 2006 — dem 68. Jahrestag der Pogromnacht — wurde die neue Hauptsynagoge Ohel Jakob eingeweiht (Wandel Hoefer Lorch + Hirsch). Mit Gemeindezentrum der IKG und Jüdischem Museum bildet sie das dreigliedrige Jüdische Zentrum: jüdisches Leben sichtbar in der Mitte der Stadt.

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