Propyläen
Klenzes Spätwerk und der westliche Abschluss des Königsplatzes. 1854–1862 als monumentaler Tordurchgang im korinthischen Stil — gewidmet dem griechischen Befreiungskampf und König Otto von Griechenland, dem Sohn Ludwigs I.
Tordurchgang mit politischer Botschaft
Schon Klenzes Generalplan von 1815 sah einen monumentalen Tordurchgang am Westende des Königsplatzes vor. Die konkrete Bauplanung begann erst 1846, ausgeführt wurde der Bau zwischen 1854 und 1862 — als Klenze schon 70 Jahre alt war. Vorbild: die Propyläen der Athener Akropolis. Stil: korinthisch — damit war der Königsplatz formal komplett: Glyptothek dorisch (Norden), Antikensammlungen ionisch (Süden), Propyläen korinthisch (Westen). Material: Würzburger Kalkstein.
Widmung an den griechischen Befreiungskampf
Inhaltlich erinnern die Propyläen an den griechischen Befreiungskampf gegen die Osmanen (1821–1832) und an die Wahl von Otto von Bayern, dem zweitgeborenen Sohn Ludwigs I., zum ersten König des modernen Griechenland (1832–1862). Die Reliefs an den Sockeln zeigen Szenen aus der griechischen Revolution. Otto wurde 1862 — kaum dass die Propyläen fertig waren — gestürzt; König Ludwig finanzierte den Bau aus seiner Privatschatulle.
Mehr im
Museumsquartier.
Die anderen Bauten des Areals — Galerien, Museen, Klassizismus, Industriegeschichte.