Kunst / Boheme / Franz Höllriegel

Franz
Höllriegel

König Ludwigs Steinmetz. Glyptothek, Königsplatz, Ludwigstraße, Alte Pinakothek, Walhalla, Befreiungshalle, Ruhmeshalle — die klassizistische Stadt steht auf seinen Quadern. „Wer in München klassizistische Bauten ansieht, geht auf Höllriegels Steinen."

1794 · Donzdorf bei Ulm 1816 · Glyptothek 1822 · Bürger von München 1841 · Sedlmayer-Hof 1852 · Höllriegelskreuth 1858 · Müllerstr. 46c

Ein Leben in vier Stationen

Donzdorf, 1794. Franz Seraph Höllriegel wird am 24. Oktober 1794 in Donzdorf bei Ulm geboren — als erster Sohn des Maurermeisters Joseph Höllriegel und seiner Frau Katharina Klaus. Großvater und Vater waren mit anderen Tiroler Bauleuten im Zuge der Schloss- und Kirchenarbeiten des Grafen Maximilian Emanuel von Rechberg aus Südtirol nach Schwaben gekommen. Als der Vater 1808 stirbt, ist Franz knapp dreizehn Jahre alt, Halbwaise.

Stuttgart, ab 1812. Anders als die meisten Steinmetzen seiner Zeit geht Höllriegel nicht nur „auf die Walz", sondern absolviert eine geregelte vierjährige Lehre beim Stuttgarter Steinmetzmeister Georg Arndt — bezahlt von seinem Donzdorfer Gönner, Graf Rechberg. Er lernt dort, wie er später in seinem Konzessionsantrag schreibt, „das Steinhauen, das Zeichnen, die Rechenkunst und die angewandte Geometrie".

München, 1816. Graf Rechberg ist inzwischen bayerischer Innenminister geworden — und empfiehlt seinen Schützling an Leo von Klenze, den Hofarchitekten Ludwigs I. Klenze holt ihn als Steinmetzpolier auf die Baustelle der Glyptothek. 1820 stellt Höllriegel den Antrag auf eine eigene Konzession, am 8. Februar 1822 wird sie bewilligt „im Namen seiner Majestät des Königs von Bayern". Am 30. August desselben Jahres wird er, 23-jährig, Bürger und Steinmetzmeister von München.

Höllriegelskreuth, 1841–1858. Aus dem Steinmetzpolier wird in zwanzig Jahren der größte Steinlieferant der königlichen Bauten. 1841 kauft er den Sedlmayer-Hof an der Isar oberhalb von Pullach; bis zu seinem Tod erweitert er ihn auf rund 110 Hektar. 1852 erlaubt ihm König Max II., dem Ort den Namen „Höllriegels Gereuth" zu geben — die heutige Form Höllriegelskreuth ist eine spätere Verballhornung. Er stirbt am 9. Mai 1858 in seinem Haus Müllerstraße 46c.

Ölporträt Franz Höllriegels — Steinmetzmeister König Ludwigs I.
Franz Seraph Höllriegel Zeitgenössisches Ölgemälde · Familienbesitz
Akte · A

Leo von Klenze

1784 geboren, Bayerischer Hofbauintendant ab 1815. Glyptothek, Königsplatz, Propyläen, Alte Pinakothek, Leuchtenberg-Palais, südliche Ludwigstraße. Holt Höllriegel 1816 an die Glyptothek — und stellt ihm 1820 das Zeugnis aus, das die Tür zur eigenen Konzession öffnet.

Akte · B

Anton Ripfel

1794 in Schlanders im Vintschgau geboren, im selben Jahr wie Höllriegel. Beide Tiroler, beide aus Klenzes Glyptothek-Stab. Ripfel — der weiße Steinmetz (Marmor, Sandstein). Höllriegel — der schwarze (Basalt, Granit, Nagelfluh). Bei Vollendung der Glyptothek hieß es: „Die ruhmgeschmückten Namen Klenze-Ripfel." Ripfel stirbt 1850 verarmt in München; Höllriegel baut Werkstatt und Materialbasis systematisch aus.

Glyptothek, Königsplatz, Siegestor

Höllriegels erste Baustelle ist die Glyptothek (1816–1830) — er arbeitet dort als Steinmetzpolier unter Klenze. Zusammen mit Anton Ripfel verantwortet er anschließend die Steinmetzarbeiten an den weiteren Bauwerken um den Königsplatz und am Siegestor. Klenze betreibt das Programm Ludwigs I., aus München ein „Isar-Athen" zu machen — Höllriegel und Ripfel liefern die Quader.

Dass es bayerischen Königen gefiel, klassische Antike und Bauten zu inszenieren, wussten Zeitgenossen wie Nachgeborene. Dass dahinter zwei Tiroler Steinmetzen und ihre Mannschaften standen, ist erst durch Heimatforscher wie Fritz Lutz aufgearbeitet worden. „Neben diesen Größen der Kunstgeschichte", schrieb Lutz 1985, „werden zu leicht die vielen Kunsthandwerker vergessen, welche die genialen Pläne der berühmten Architekten verwirklichen halfen."

Werkstatt, Steinbruch, Materialfluss

Höllriegels Betrieb ist, in heutigen Begriffen, vertikal integriert. Steinbrüche in Höllriegelskreuth (Nagelfluh), Deisenhofen (Sandstein), bei Rottenbuch und Neudorf bei Kempten — dazu, als Geschenk Ludwigs I., ein eigener Basaltsteinbruch im Donautal, mit dem er die Baustelle der Walhalla beliefert. Die Steinsäge und Poliermühle in der Gewürzmühlstraße 3 am Triftkanal übernimmt die Vorbearbeitung, die „Steinmetzwaarenfabrik" im Rückgebäude Müllerstraße 47 die Endveredelung. Bis zu 260 Arbeiter — vorwiegend Italiener — beschäftigt er zeitweise in den Brüchen.

Was heute auf seinen Steinen steht

Die Bauten.

  • № 01GlyptothekKönigsplatz · ab 1816 · Steinmetzpolier unter Klenze
  • № 02Königsplatz & PropyläenMit Anton Ripfel · Klenze-Ensemble
  • № 03Ludwigstraße„In weiten Teilen ein Werk von Franz Höllriegel"
  • № 04Haslauer-Block / LudwigspalaisLudwigstr. 6–10 · Klenze 1827–1830
  • № 05Ludwigskirche (St. Ludwig)Friedrich von Gärtner · Ludwigstraße
  • № 06Alte PinakothekKlenze 1826–1836
  • № 07MarstallKlenze 1817–1822
  • № 08HofgartenarkadenAusbau mit Wittelsbacher-Zyklus
  • № 09ResidenzErweiterung unter Ludwig I.
  • № 10Allerheiligen-HofkircheKlenze 1826–1837
  • № 11Kirche St. BonifazKönigsplatz · Benediktinerabtei
  • № 12WalhallaDonaustauf · 1831–1842 · Basaltbruch aus königlichem Geschenk
  • № 13BefreiungshalleKelheim · Gärtner / Klenze
  • № 14Ruhmeshalle & BavariaTheresienwiese · Klenze 1843–1853
  • № 15Ludwigsbrücke & MaximiliansbrückeFamilienunterlagen bezeugen Beteiligung
  • № 16Großhesseloher BrückePfeilersockel aus Nagelfluh des eigenen Bruchs
Glyptothek am Königsplatz — Höllriegels erste Baustelle in München, ab 1816 unter Leo von Klenze.
Glyptothek · Königsplatz Ab 1816 · Klenze · Höllriegel als Steinmetzpolier
Ludwigskirche an der Ludwigstraße — von Friedrich von Gärtner erbaut, Steine aus Höllriegels Werkstatt.
Ludwigskirche · Ludwigstraße Gärtner 1829–1844
1816 Glyptothek · erste Baustelle
16 Bauwerke · belegt
260 Arbeiter im Steinbruch
110 ha Höllriegelskreuth · 1858

Müllerstraße — Werkstatt und Wohnhaus

Im Glockenbachviertel besaß Höllriegel die Häuser 45, 46a, 46b, 46c, 46e und 47. Im Rückgebäude Nummer 47 lag die Steinmetzwaarenfabrik, die Hauptwerkstatt — aus ihr stammen mit großer Wahrscheinlichkeit die schwarzen und weißen Marmorobelisken auf dem Alten Südlichen Friedhof. 1854 zog die Familie aus dem Haus 47 ins benachbarte 46c, wo Franz Höllriegel am 9. Mai 1858 starb. Das Haus 46a, 1844 von Max Kuppelmayr in romanisierendem Stil errichtet, trägt heute die Nummer Müllerstraße 39 und zeigt an seiner Fassade noch immer ein neugotisches Relief mit bekrönter Muttergottes und Christus als Weltenherrscher — eine kleine, typische Höllriegel-Signatur.

Ludwigstraße 27 — Haslauer-Block

Das Anwesen an der Kreuzung Ludwigstraße/Schellingstraße, gegenüber der von ihm mitgebauten Ludwigskirche, war Teil des nach Joseph Anton von Haslauer benannten Komplexes — Klenzes erste Komposition dreier Häuser zu einer einheitlichen florentinisch-renaissancehaften Prachtfassade. Im August 1841 erhielt Höllriegel die Genehmigung für eine bauliche Maßnahme, nach seinem Tod erbte das Haus seine Tochter Kreszenz Stangassinger. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach 1945 von Erwin Schleich rekonstruiert; heute nutzt es die Universität.

Lehel — Gewürzmühlstraße & St. Anna

In der Gewürzmühlstraße 3, am Triftkanal, betrieb Höllriegel die wasserkraftbetriebene Steinsäge mit Schleif- und Poliermühle — die Vorstufe seiner Müllerstraßen-Werkstatt. 1857 verkaufte er sie an seinen Sohn Franz Xaver. Die St.-Anna-Straße 14 und 15 im Lehel hatte er bereits zu Beginn seiner Karriere erworben; das Fabrikgebäude an Nr. 15 ging am 30. September 1852 an Franz Xaver über.

Dienerstraße 21 — heute Kaufhaus Beck

Das Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zum berühmten Dallmayr-Gebäude — am Marienplatz gegenüber dem Rathaus — gehörte ebenfalls zur Erbmasse. Schwiegersohn Ferdinand Scotzniovsky verkaufte es am 29. Dezember 1888 für 500.000 Goldmark an das Kaufmannsehepaar Friedrich und Frieda Rosner. Heute ist es Teil des Nordteils des Kaufhauses Beck.

Hildegardstraße 5

Tochter Kreszenz Stangassinger verkaufte das große Rückgebäude in der Parallele zur Maximilianstraße im Oktober 1856 für 22.000 Gulden „an Seine Mayestaeth den König Max II. Joseph". Heute liegt das Grundstück hinter den Münchner Kammerspielen.

Die Ludwig­straße ist in weiten Teilen ein Werk von Franz Höllriegel.
Inschrift am Brückenwirt · 1848 · „Erbaut v. F. Höllriegel"

Höllriegels Quader stehen vom Hofgarten bis zum Siegestor, vom Königsplatz bis zur Theresienwiese, von der Walhalla bis zur Befreiungshalle.

Der Kauf — 12. Februar 1841

Am linken hohen Isarufer gegenüber Burg Grünwald — wo seit der Keltenzeit eine Furt durch den Fluss führte und Wittelsbacher 1292 ihre Burg errichteten — stand der Sedlmayer-Hof als alte Zoll- und Polizeistation. Höllriegel kauft ihn am 12. Februar 1841 von Johann Scheidt und dessen vier Söhnen: 178,37 Tagwerk Grund — knapp ein halbes Tagwerk Hofraum, 53,4 Tagwerk Acker, 121,13 Tagwerk Waldung — für 10.400 Gulden. Schon vorher hatte er sich den dortigen Nagelfluh-Steinbruch gesichert. Bis 1858 erweitert er den Besitz auf rund 330 Tagwerk, gut 113 Hektar; in den Brüchen arbeiten zeitweise bis zu 260 vorwiegend italienische Steinmetzen.

Die Namensgebung — 8. Juni 1852

Am 19. April 1852 stellt Höllriegel den Antrag, das Anwesen „Höllriegels Gereuth" nennen zu dürfen — bis dahin war es namenlos. Am 8. Juni 1852 genehmigt König Maximilian II. das Vorhaben. „Gereuth" ist die alte Form von „Reut", der Rodung; aus „Gereuth" wurde später „kreuth", die heutige Form ist eine Verballhornung des späten 19. Jahrhunderts. Der Heimatforscher Karl Schmitt bezeichnet diesen Tag als „die Geburtsstunde des heutigen Höllriegelskreuth".

Der Park — Kapelle, Monopteros, Mariensäule

Zwischen 1852 und 1858 baut Höllriegel auf einem hektarweiten Waldgrundstück südlich des Ökonomiegebäudes einen kleinen englischen Landschaftsgarten — eingelegt in den Buchenhang, mit Sichtachse zur Burg Grünwald. Die Diplomarbeit von Lea Heinz (TU München 2005) nennt ihn „als privater Garten eines Münchener Bürgers einzig in seiner Art und Gestaltung": durch die wilde Flusslandschaft, durch die Hangposition — und durch die Häufung religiöser Elemente, die in München kein zweites Beispiel hat.

  • Höllriegel-Kapelle (1852). Neugotik auf vorspringendem Nagelfluhfels, mit „Ecce-Homo"-Relief, Beweinungsszene und einem dritten Marmorrelief, das Zirkel, Winkel, Hammer und ausgebreiteten Plan zeigt — „hier geben sich der Künstler und der Bauherr zu erkennen". Bis 1949 zog jährlich am Todestag eine Prozession hinauf; 1981 ging die Kapelle ans Eigentum der Gemeinde Pullach, am 12. Mai 1983 wurde sie neu eingeweiht. Heute denkmalgeschützt.
  • Monopteros (1854). Sechs Säulen nach Vorbild Klenzes Englischer-Garten-Tempel, point de vue zur Burg Grünwald. 1963 wegen Baufälligkeit entfernt; das Nagelfluhfundament hat E.ON 2003 gesichert.
  • Andachtskreuz (1855). Gusseiserner Korpus, Inschrift „Errichtet von Franz Höllriegel 1855", mit Betbank aus weißem Tuffstein. 2003 instand gesetzt.
  • Mariensäule (1858). Weißer Kalkstein, Inschrift „Errichtet von Franz Höllriegel 1858". Die Marienfigur wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombeneinschlag zerstört; 2003 hat E.ON die Säule wieder aufgerichtet.
  • „Bierhütte". Zweigeschossiges Haus aus Nagelfluhquadern, an einen vier Meter hohen Fels gelehnt. Auf dem Felsen ein Dachgarten mit Erker; nach Kurt Granel war dieser Erker „der Lieblingsplatz König Ludwigs I. bei seinen Besuchen".

Inschrift der Stiftertafel

„Zum Andenken an den Stifter und Erbauer dieser Kapelle, den Herrn Franz Höllriegel, gewesener Steinmetzmeister von München u. Gutsbesitzer des von Ihm selbst aus einer sehr großen Wildnis gegründeten Höllriegels Greuth, geboren den 24. Oktober 1794, gestorben den 9. Mai 1858. Gott gebe ihm die ewige Ruhe."

Nach Höllriegel

Sein jüngster Sohn Albert erbte 1858 das Gut samt Steinbrüchen — 248,38 Tagwerk im Wert von 33.000 Gulden — und das Münchner Anwesen Müllerstraße 45c (44.000 Gulden). Albert war kein Steinmetz; ab 1873 verkaufte er bis auf das Haupthaus (heute „Brückenwirt") und die „Bierhütte". Ende des 19. Jahrhunderts kaufte sich Jakob Heilmann entlang der Isar zusammen und gründete die Isarwerke; ab 1894 lief das Kraftwerk Höllriegelskreuth, ab 1903 die erste Luftzerlegungsanlage der Linde AG. Heute ist der wesentliche Teil des Geländes wieder in Gemeindebesitz; im November 2019 hat Pullach den Höllriegel-Park wieder eröffnet.

Historische Postkarte aus Höllriegelskreuth — Brückenwirt, Isartal, Burg Grünwald.
Höllriegelskreuth · Postkarte Isartal · Brückenwirt · Burg Grünwald

Josepha & Barbara Keller

Am 3. Februar 1823 heiratet Franz Höllriegel in der Pfarrkirche St. Peter zu München die noch minderjährige Josepha Keller, Tochter eines Metzgermeisters aus dem Ries-Dorf Marktoffingen — das Landgericht Nördlingen musste der Ehe zustimmen. Am 7. Mai 1831, gerade 29 Jahre alt, stirbt sie an Lungenvereiterung. Höllriegel heiratet darauf am 20. Februar 1832 ihre jüngere Schwester Barbara Maria Keller — der Magistrat hatte sechs Tage zuvor die Schwagerheirat ausnahmsweise erlaubt. Barbara überlebt ihren Mann um 18 Jahre und mehrt durch ihre „Geschäftstüchtigkeit" (Karl Schmitt) den Familiengrundbesitz; sie stirbt 1876.

Die Kinder

Aus erster Ehe (Josepha): Franz (1824–1829, früh verstorben), Kreszenz Josepha (1825–1897, ⚭ erst Hofstetter, dann Stangassinger; erbt Ludwigstraße 27), Joseph (1826–1826), Ludwig Nikolaus (1828–1858, übernimmt 1854 die Steinmetz-Gerechtsame, stirbt sieben Monate nach dem Vater ohne Nachkommen), Franz Xaver August (1830–nach 1874, Buntpapierfabrikant und Steinmetz, kauft Gewürzmühlstraße und St. Anna).

Aus zweiter Ehe (Barbara): drei Kinder sterben sehr früh, dann Albert Alfons Alois (1839–1877, Erbe von Höllriegelskreuth) und die jüngste Tochter Barbara Anna Maria (1842–1909). Sie heiratet 1862 den Kommerzienrat Ferdinand Georg Scotzniovsky, Pächter und kommerziellen Leiter der Königlichen Porzellanmanufaktur Nymphenburg von 1862 bis 1888. Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter, Barbara und Emanuela — beide heirateten in die Tölzer Familie Eisenberger ein; nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes Ludwig heiratete Barbara dessen Bruder Eugen.

In der Nachbarschaft des Familiengrabs

Auf dem Alten Südlichen Friedhof — Sektion 6/1/5253 — liegt das Grab in Nachbarschaft zur Familie Pschorr und versetzt gegenüber Carl Spitzweg. Stadtgeschichte in Stein.

Familiengrab Höllriegel auf dem Alten Südfriedhof München, Sektion 6/1/5253.
Familiengrab · Alter Südfriedhof Sektion 6/1/5253 · Nachbarschaft Pschorr · gegenüber Spitzweg
Zeittafel

Acht Daten.

1794

Donzdorf bei Ulm

Geburt am 24. Oktober. Vater Joseph Höllriegel, Maurermeister mit Südtiroler Wurzeln, in den Schloss-Umbauten des Grafen Rechberg tätig. Die Mutter Katharina Klaus überlebt ihren Mann um 34 Jahre.

1816

An die Glyptothek

Empfehlung durch Graf Rechberg an Klenze. Beginn als Steinmetzpolier auf der Baustelle der Glyptothek am späteren Königsplatz.

1822

Bürger und Steinmetzmeister

8. Februar Konzessionsbewilligung, 30. August Meisterprobe und Aufnahme als Bürger Münchens. 23 Jahre alt.

1823

Heirat in St. Peter

3. Februar Heirat mit Josepha Keller aus Marktoffingen. Bis 1830 fünf Kinder; Josepha stirbt 1831 an Lungenvereiterung.

1832

Schwagerheirat

20. Februar Heirat mit Barbara Maria Keller, der jüngeren Schwester der verstorbenen Josepha. Aus dieser Ehe stammen weitere sieben Kinder; nur Albert und Barbara erreichen das Erwachsenenalter.

1841

Sedlmayer-Hof an der Isar

12. Februar Kauf für 10.400 Gulden. Aus 178 Tagwerk werden bis 1858 ca. 330 Tagwerk / 113 Hektar.

1852

„Höllriegels Gereuth"

8. Juni Genehmigung durch König Maximilian II. Im selben Jahr Errichtung der Kapelle. Bis 1858 folgen Monopteros, Andachtskreuz und Mariensäule.

1858

Tod in der Müllerstraße

9. Mai 1858, Müllerstraße 46c, 63 Jahre alt. Beisetzung am 11. Mai im Alten Südlichen Friedhof, Sektion 6/1/5253.

Zitate

Worte über ihn.

„Wenn wir an König Ludwig I. denken, den Schöpfer ‚Isar-Athens', fallen uns die Namen seiner berühmten Architekten ein. Neben diesen Größen der Kunstgeschichte werden zu leicht die vielen Kunsthandwerker, auch auf dem Bausektor, vergessen, welche die genialen Pläne der berühmten Architekten verwirklichen halfen." — Fritz Lutz · 1985
„Der Höllriegel-Park ist als privater Garten eines Münchener Bürgers einzig in seiner Art und Gestaltung. In München und Umgebung lässt sich kein weiteres Beispiel benennen, welches dieses Gestaltungsmittel aufgreift und es zu einem Hauptthema der Gartenanlage macht." — Lea Heinz · Diplomarbeit TU München 2005
„Auf einem klassizistischen Marmorpfeiler im Hofgarten, an einem Sandsteinrelief in einem schmucken Münchner Bürgerhaus, an einem windschiefen Andachtskreuz hoch über der Isar — überall in München und seinem südlichen Umland trifft man, wenn man genau hinsieht, auf Spuren eines Mannes, dessen Name heute die meisten Münchner allenfalls noch von einem Zungenbrecher in Erinnerung haben: Höllriegelskreuth." — Thomas Prüm · Buchentwurf, 2026
Familienwappen Höllriegel Familienwappen Höllriegel
Quellen

Weiter­führend.

Korrekturen, Anekdoten, Hinweise

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