Kunst / Galerien

Galerien

Zwischen Türkenstraße und Enhuberstraße arbeiten 22 Galerien, Projekträume und Off-Spaces für Gegenwartskunst — die älteste seit 1968, fünf sind erst seit 2025 hier. Ein Führer nach Straßen, mit Öffnungszeiten, Profil und dem, was gerade hängt.

22Galerien & Kunsträume
1968Älteste: Rüdiger Schöttle
5Neuzugänge seit 2025
4Adressen im Haus Theresienstr. 48

Die Galerienmeile

Wo die Museen sind, sind die Galerien nicht weit. Seit die Pinakothek der Moderne (2002) und das Museum Brandhorst (2009) das Quartier nach Osten geöffnet haben, hat sich rund um die Theresienstraße ein zweites Zentrum neben der klassischen Meile in Amalien- und Türkenstraße gebildet — und seit 2022 zieht eine dritte Welle junger Galerien in die Hinterhöfe westlich der Barer Straße. Berliner Galerien wie Kraupa-Tuskany Zeidler und Friese haben 2025 Münchner Standorte eröffnet, Storms und max goelitz umgekehrt Dependancen in Berlin.

Alle Häuser hier sind kostenlos zugänglich. Die meisten öffnen Dienstag oder Mittwoch bis Samstag, oft erst ab 11 oder 12 Uhr; Projekträume nur an einzelnen Tagen oder nach Absprache. Gemeinsamer Saisonauftakt ist Mitte September, wenn fast alle am selben Abend eröffnen — dann lohnt der Gang von Tür zu Tür. Was gerade hängt und wann eröffnet wird, steht auf den Seiten Ausstellungen und Termine; die Kurzangaben unter jeder Galerie aktualisieren sich automatisch aus demselben Kalender.

Rund ums Brandhorst

Theresienstraße 46 und 48 — direkt gegenüber dem Museum Brandhorst — bilden das dichteste Galerienhaus der Stadt. Der Sep-Ruf-Bau von 1950 beherbergt gleich vier Adressen unter einem Dach.

№ 01

Galerie Friese

Galerie · seit 2025

Theresienstr. 46· Di–Fr 11–18 · Sa 11–15· www.galeriefriese.de ↗

Münchner Dependance (seit September 2025) der Galerie, die Klaus Gerrit Friese 2008 in Stuttgart als Nachfolgerin der manus presse (1961) gründete und 2015 nach Berlin verlegte. Das Programm reicht von der Klassischen Moderne bis zu jungen Künstlern, Schwerpunkt Malerei und Zeichnung — mit Nachlässen wie Willi Baumeister, Norbert Kricke und Walter Stöhrer neben Positionen wie Karin Kneffel.

KünstlerWilli Baumeister, Norbert Kricke, Franziska Holstein, Karin Kneffel

№ 02

Galerie J.J. Heckenhauer

Galerie · seit 1997

Theresienstr. 48· Mi–Fr 14–18 · Sa 12–15· heckenhauer.net ↗

Gehört zum Tübinger Antiquariat J.J. Heckenhauer (1823), das Roger Sonnewald in sechster Generation führt. 1997 als Galerie für Fotografie gegründet, nach Stationen in Berlin und Brüssel seit 2014 in München und seit 2023 gegenüber dem Brandhorst. Zeitgenössische Malerei, Arbeiten auf Papier und Fotografie, dazu Kunsthandel mit Graphik der Klassischen Moderne; Teilnahme an Paris Photo und Art Cologne.

KünstlerJoachim Brohm, Lara Eckert, Eun Lee, HAP Grieshaber

№ 03

Jo van de Loo

Galerie

Theresienstr. 48· Mi 12–18 · Do 12–20 · Fr 12–18 · Sa 12–15· www.galerie-jovandeloo.com ↗

Galerie für zeitgenössische Kunst gegenüber dem Museum Brandhorst, im selben Haus wie KNUST x KUNZ + und ERES Projects; spätestens seit 2016 an dieser Adresse. Rund 15 überwiegend in Deutschland und Europa ansässige Künstler aus Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur.

KünstlerBoris Saccone, Sebastian Tröger, Anouk Kruithof, Georg Haberler

№ 04

KNUST x KUNZ +

Projektraum · seit 2010

Theresienstr. 48· Fr 11–17 · Sa 11–15· www.sabineknust.com ↗

Zweiter Standort von Knust Kunz, seit 2010 gegenüber dem Brandhorst. Vor allem aufstrebenden Künstlern gewidmet: Die jüngste Generation von Kuratoren und Künstlern wird zu experimentellen Ausstellungen eingeladen, daneben werden neue Editionen und Publikationen gezeigt — u. a. Edie Monetti, Raphael Danke, Benjamin Katz.

№ 05

ERES Projects

Stiftung · seit 2004

Theresienstr. 48· Fr 14–18· www.eres-stiftung.de ↗

Projektraum der 2004 gegründeten gemeinnützigen ERES-Stiftung (Hauptsitz Römerstraße, Schwabing), die den Dialog von Kunst und Naturwissenschaft fördert. Im denkmalgeschützten Sep-Ruf-Bau von 1950 gegenüber dem Brandhorst: ein Labor für künstlerische Experimente, junge Kunst, Diskussionen und Performances — unabhängig und nicht kommerziell.

Amalien- und Türkenstraße

Die klassische Galerienmeile des Univiertels: Hier sitzt mit Rüdiger Schöttle die älteste Galerie der Maxvorstadt, seit 2025 auch der Münchner Ableger der Berliner Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler.

№ 06

Françoise Heitsch

Galerie · seit 1992

Amalienstr. 19· Mi–Fr 14–19 · Sa 12–17· www.francoiseheitsch.de ↗

Seit der Gründung 1992 in der Maxvorstadt. Nach anfänglichem Fokus auf Münchner Künstler seit 2005 international ausgerichtet; seit 2012 mit besonderem Blick auf griechische und türkische Positionen und den Austausch zwischen München und dem Mittelmeerraum. Künstler verschiedener Medien, die sich undogmatisch mit aktuellen Themen befassen.

KünstlerKlaus vom Bruch, Christopher Cozier, Esra Ersen, Philipp Gufler

№ 07

nouveaux deuxdeux

Galerie · seit 2023

Amalienstr. 22· Mi–Fr 12–18 · Sa 12–16· deuxdeux.de ↗

2023 gegründet, in der Amalienstraße 22. Zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt auf konzeptuellen Praktiken, die sich mit gesellschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Bedingungen befassen — Transformation, Materialität, Ökologie, soziale Strukturen. Gezeigt wurden u. a. Benedikt Hipp, Thomas Feuerstein, Mona Schulzek und Steffen Jopp.

KünstlerBenedikt Hipp, Thomas Feuerstein, Mona Schulzek, Steffen Jopp

№ 08

Galerie Rüdiger Schöttle

Galerie · seit 1968

Amalienstr. 41· Di–Fr 11–18 · Sa 12–16· www.galerie-schoettle.de ↗

Seit 1968 eine der etablierten deutschen Galerien für Gegenwartskunst, im Rückgebäude der Amalienstraße 41. In den 1970ern Konzeptkunst (Buren, Weiner, On Kawara), seit den 1980ern die Düsseldorfer Fotoschule mit Ruff, Struth und Höfer als Kern. Jeff Wall, Jenny Holzer, Andreas Gursky und Anri Sala hatten hier ihre ersten Einzelausstellungen in Deutschland; regelmäßig auch junge Positionen.

KünstlerThomas Ruff, Thomas Struth, Candida Höfer, Jeff Wall, Goshka Macuga

№ 09

Heldenreizer Contemporary

Galerie · seit 2018

Türkenstr. 32· nach Vereinbarung· www.heldenreizer.com ↗

2018 von Marcus Trautner als Pop-up gegründet, seit März 2020 fest in der Türkenstraße 32. Fünf bis sechs Einzel- und Gruppenausstellungen im Jahr mit Künstlern der jüngeren und mittleren Generation; Diskursivität und Diversität als Leitbegriffe. Der Name verbindet „Helden“ und „Reize“ — ein Kommentar zu klassischen Rollenbildern. Geöffnet nach Vereinbarung.

KünstlerAngela Anzi, Krištof Kintera, Martin Werthmann, Pier Stockholm

№ 10

Kraupa-Tuskany Zeidler

Galerie · seit 2025

Türkenstr. 43· Mo–Fr 10–18· www.k-t-z.com ↗

Münchner Standort (seit Januar 2025) der 2011 von Amadeo Kraupa-Tuskany und Nadine Zeidler in Berlin gegründeten Galerie. International ausgerichtet — Eurasien, Golfregion, China, USA, Europa — mit spekulativen, hybriden, nicht-hierarchischen Ansätzen. Frühe Einzelausstellungen von Avery Singer, Katja Novitskova, GCC und Guan Xiao; heute u. a. Anna Uddenberg, Klára Hosnedlová, Slavs and Tatars.

KünstlerAnna Uddenberg, Klára Hosnedlová, Guan Xiao, Slavs and Tatars, Brook Hsu

Schellingstraße

Ein Haus, zwei Welten: Im Littmann-Bau Schellingstraße 48 residiert die Walter Storms Galerie auf über 500 Quadratmetern — und im Erdgeschoss der kleinste Kunstraum der Stadt.

№ 11

Walter Storms Galerie

Galerie · seit 1977

Schellingstr. 48· Di–Fr 10–18 · Sa 11–16· www.storms-galerie.de ↗

1977 vom Kunsthistoriker Walter Storms gegründet, spezialisiert auf konzeptuelle Kunst in der Tradition der deutschen ZERO-Bewegung. Als erste deutsche Galerie vertrat sie Roman Opalka und Stanislav Kolíbal, arbeitet seit 1980 mit Günther Uecker und betreut als Gründerin der Günter Fruhtrunk Gesellschaft dessen Nachlass; dazu Verlag und Editionen. Über 500 Quadratmeter in einem Littmann-Bau von 1925; seit Sommer 2025 auch in Berlin.

KünstlerGünther Uecker, Günter Fruhtrunk, Stanislav Kolíbal, Gerold Miller, Sean Scully

№ 12

Eyes Only

Off-Space · seit 2014

Schellingstr. 48· Mo–Sa 11–16· eyesonly.space ↗

Nichtkommerzieller Kunstraum, den die Künstlerin Caro Jost 2014 gegründet hat: ein nur 2,4 Quadratmeter großer, von der Straße einsehbarer Schaukasten im Erdgeschoss. Eingeladene Galerien, Kuratoren und Museen bespielen ihn kostenlos mit einer Position ihrer Wahl — unter anderem Esther Schipper mit Karin Sander und Peter Kogler. Mitglied bei Various Others.

Gabelsberger-, Enhuber- und Heßstraße

Westlich der Pinakotheken hat sich seit 2017 eine junge Szene angesiedelt — vom Off-Space bis zur Messegalerie, meist in Hinterhöfen und Erdgeschossen.

№ 13

space n.n.

Off-Space

Gabelsbergerstr. 26· nach Vereinbarung

Transitorischer Ausstellungs- und Projektraum, den Luise Wank, Tatjana Vall und Sebastian Quast der Münchner Szene zur Verfügung stellen. Das „n.n.“ steht für „nomen nominandum“ — der Name bleibt offen, weil die Flüchtigkeit eines Übergangszeitraums zum Konzept gehört. Unfertiger, performativer kuratorischer Ansatz; 2023 von der Stiftung Stark gefördert. Geöffnet nach Absprache.

№ 14

Britta Rettberg

Galerie · seit 2017

Gabelsbergerstr. 51· Mi–Fr 12–18 · Sa 12–16· brittarettberg.com ↗

2017 von der Kunsthistorikerin Dr. Britta von Rettberg zwischen Lenbachhaus und Pinakotheken gegründet. Rund sechs Einzel- und kuratierte Gruppenausstellungen im Jahr, von Malerei über Skulptur bis Installation und Video, mit Schwerpunkt auf jungen und Mid-Career-Künstlern. Seit 2022 gibt es in den Räumen zusätzlich den experimentellen Projektraum „@park“.

KünstlerCaro Jost, Lennart Lahuis, Patrick Ostrowsky, Tatjana Vall

№ 15

Paulina Caspari

Galerie · seit 2022

Gabelsbergerstr. 83· Do–Fr 13–18 · Sa 12–16· paulinacaspari.com ↗

Im Oktober 2022 gegründet — nach eigener Darstellung eine der ersten Galerien für Gegenwartskunst, die sich in der Maxvorstadt im Umfeld der großen Museen niedergelassen haben. Ausstellungen, Performances und Kooperationen stellen junge Künstler an entscheidenden Punkten ihrer Laufbahn neben international etablierte Positionen. Regelmäßig auf Kunstmessen.

KünstlerHêlîn Alas, Augustine Paredes, Thomas Rentmeister, Vincent Scheers

№ 16

Sperling

Galerie · seit 2014

Enhuberstr. 6· Mi–Fr 12–18 · Sa 12–16· www.sperling-munich.com ↗

2014 von Johannes Sperling als Projektraum gegründet, seit 2016 mit vertretenen Künstlern; 2025 von Obergiesing in die Enhuberstraße gezogen. Programm ohne thematische Vorgaben: Einzelausstellungen, kuratierte Gruppenschauen und Projekte, oft mit Institutionen, Verlagen und Kuratoren. Acht internationale Künstler, darunter Thomas Geiger, Andrew Gilbert und Anna McCarthy; Mitglied der International Galleries Alliance.

KünstlerThomas Geiger, Andrew Gilbert, Veronika Hilger, Anna McCarthy, Ana Navas

№ 17

The Tiger Room

Galerie · seit 2023

Heßstr. 48b· Do–Fr 10–13 · Sa 13–17· thetigerroom.de ↗

Im Oktober 2023 von Lu Zhang eröffnet, Eingang im Hof der Heßstraße 48b. Junge internationale Künstler, mit erklärtem Anliegen, Künstlerinnen mehr Sichtbarkeit zu geben. Ausstellungen teils in Kooperation mit GiG Munich; Messen wie Art Brussels, Art Düsseldorf und Beijing Dangdai.

KünstlerSophia Mainka, Yuchu Gao, Frida Kato, Veronika Günther

An den Rändern

Ludwigstraße, Maximiliansplatz, Ottostraße, Georgenstraße: vier Adressen am Rand des Bezirks — darunter das Klenze-Palais mit zwei Galerien und eine ehemalige Tankstelle.

№ 20

max goelitz

Galerie · seit 2020

Maximiliansplatz 10· Di–Fr 11–19 · Sa 11–16· www.maxgoelitz.com ↗

Im Frühjahr 2020 von Max Goelitz gegründet, seit 2022 am Maximiliansplatz 10. Etablierte Positionen der Konzeptkunst wie Brigitte Kowanz, Haroon Mirza und Jürgen Partenheimer neben jungen Künstlern, die die Gegenwart über Prozesse, Medien und interdisziplinäre Ansätze reflektieren. 2022 bis 2026 zusätzlich ein Ausstellungsraum in Berlin, heute dort ein Büro; Netzwerk mit Partnergalerien wie François Ghebaly und OMR.

KünstlerBrigitte Kowanz, Haroon Mirza, Troika, Jürgen Partenheimer, Ju Young Kim

№ 22

Metropol Kunstraum

Projektraum · seit 2007

Georgenstr. 42· Mi 13.30–17.30· www.metropolkunstraum.de ↗

2007 auf Initiative des Sammlers Markus Michalke in der ehemaligen Metropol-Tankstelle eingerichtet. Papierarbeiten und Skulpturen des amerikanischen Minimalismus und der Folgegeneration aus seiner Sammlung — Judd, Tuttle, Sandback, LeWitt, Matta-Clark. Ausstellungen laufen drei bis vier Monate, jeweils mit kleiner Publikation. Keine kommerzielle Galerie; geöffnet nur mittwochnachmittags und nach Vereinbarung.

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