Ehemalige Bayerische Versicherungsbank
Der rustizierte Eckbau von Jakob Heilmann und Max Littmann wurde 1937/38 durch Heinrich Bergthold an der Theresienstraße erweitert; 2004 erhielt die Fassade den Fassadenpreis der Stadt.
Die lange Ost-West-Achse der Maxvorstadt zwischen Universität, Pinakotheken und Technischer Universität – einst Kasernen- und Künstlerstraße mit dem Café Größenwahn, heute Museumsmeile mit dem ersten Münchner Wohnhochhaus von Sep Ruf.
Namensgeberin ist Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792–1854), die 1810 den bayerischen Kronprinzen Ludwig heiratete und mit dessen Thronbesteigung 1825 Königin von Bayern wurde. Das Volksfest zu ihrer Hochzeit im Oktober 1810 wurde zum Oktoberfest, die Festwiese zur Theresienwiese. Die Königin blieb ihrer evangelischen Konfession treu, galt als politisch kluge Ratgeberin ihres Mannes und war in der Bevölkerung außerordentlich beliebt. Sie starb 1854 in München an der Cholera.
Die Straße entstand mit der planmäßigen Anlage der Maxvorstadt nach 1808. Das Adressbuch von 1880 überliefert, dass sie zwischen dem 21. November 1808 und dem 1. Dezember 1812 abschnittsweise „Feldweg“, „Musenstraße“ (Fürsten- bis Türkenstraße), „Windstraße“ (Türken- bis Arcisstraße) und „Pfeilstraße“ (Arcis- bis Schleißheimer Straße) hieß, ehe am 1. Dezember 1812 die Gesamtbenennung „Theresienstraße“ von der Ludwig- bis zur Schleißheimer Straße erfolgte – zwei Jahre nach der Hochzeit der damaligen Kronprinzessin. Die in der deutschen Wikipedia genannte Jahreszahl 1912 ist offenbar ein Zahlendreher. Dass die Straße in den ersten Jahren noch weitgehend Feldweg war, passt zu dem Bild, das die Ortsliteratur von der frühen Maxvorstadt zeichnet: eine lockere Gartensiedlung, in der das Militär große Flächen belegte und Uniformierte ganz selbstverständlich zum Straßenbild gehörten.
Die Theresienstraße gehört zum rechtwinkligen Straßenraster, das Friedrich Ludwig Sckell und Carl von Fischer ab 1808 für die Maxvorstadt entwarfen. Ihre ersten großen Bauten waren allerdings keine Bürgerhäuser, sondern Militärbauten: Schon während der Napoleonischen Kriege entstanden an der Theresienstraße große Wohn- und Stallbaracken, die man 1816 Richtung Arcisstraße erweiterte, um 300 Soldaten und 777 Pferde unterzubringen. Besonders die Latrinenhäuser belästigten die Nachbarn, die Mietpreise der Umgebung sanken dramatisch. 1835 erschütterte eine gewaltige Explosion das Militärgelände: Der von seinen Ausbildern zermürbte Artillerist Stanislaus Schmitt sprengte sich mitsamt dem Pulverturm in die Luft, kaum ein Haus zwischen Karl- und Türkenstraße blieb heil. Eine 1839 daneben errichtete Zündhütchenfabrik machte die Gegend noch unattraktiver (Arz 2018, S. 12 f.). Die östlichen Abschnitte nahe der Ludwigstraße wurden gleichwohl früh bürgerlich bebaut: Die klassizistischen Mietshäuser Theresienstraße 14 und 16 (um 1828, „im Klenze-Stil“) zeigen noch die Zeit Ludwigs I.
Das prägendste Bauwerk der Straße war über ein Jahrhundert lang die Türkenkaserne. König Max I. Joseph hatte um den neuen Königsplatz ein regelrechtes Militärviertel geplant; erst 1823 segnete er das Budget für die Kaserne im Geviert Türken-, Gabelsberger-, Barer- und Theresienstraße ab. Im November 1824 zogen die ersten Soldaten der 2. Schützenkompanie des 1. Linien-Infanterie-Regiments „König“ in den ersten Bauabschnitt ein. Schon zwei Jahre später stoppte Ludwig I. den weiteren Ausbau, weil er das Grundstück gegenüber für seine Pinakothek auserkoren hatte und deren Schädigung durch Explosionen und Feuer fürchtete; Leo von Klenze sollte die Anlage weiterplanen und einen Park als Übergang zur Pinakothek schaffen. Dem ersten Bauteil an der Türkenstraße folgten 1872/73 ein südlicher Trakt an der Gabelsbergerstraße und erst 1874 ein nördlicher Trakt an der Theresienstraße, während die Front zur Barer Straße aus Rücksicht auf die Pinakothek unbebaut blieb (Stephan 2013, S. 51). Die hygienischen Verhältnisse müssen bescheiden gewesen sein – der Volksmund nannte die Türkenstraße bald nur noch „Wanzenallee“. Gegenüber ließ Ludwig I. 1846–1853 nach Plänen Friedrich von Gärtners und August von Voits die Neue Pinakothek bauen, deren große Außenbilder in Enkaustik von Wilhelm von Kaulbach dem Kunstmäzen Ludwig I. huldigten; sie wurde am 25. Oktober 1853 als weltweit erstes Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten hier Gelehrte und Erfinder: Der Sprachforscher Johann Andreas Schmeller lebte von 1836 bis zu seinem Tod 1852 in der Theresienstraße 9, der U-Boot-Pionier Wilhelm Bauer soll in Nr. 69 gewohnt haben. 1865–1868 errichtete Gottfried von Neureuther an der Arcisstraße die Polytechnische Schule, die heutige Technische Universität, deren Neurenaissancebau die Alte Pinakothek kongenial flankierte; eine Aufnahme von 1882 zeigt dahinter die Eisenkonstruktion eines gerade entstehenden Panorama-Rundbaus an der Theresienstraße. 1867 gründete der Apotheker Otto Pachmayr, der bei Max von Pettenkofer gelernt und in der königlichen Hofapotheke gearbeitet hatte, eine Mineralwasser- und Limonadenfabrik; 1873 kaufte er Fabrik- und Wohnhaus in der Theresienstraße 33, wo das Stammhaus bis heute sitzt. 1871 wurde im Mietshaus Nr. 12 der Dichter Christian Morgenstern als Sohn eines Landschaftsmalers geboren. 1882 wurden Straßenbahngleise verlegt; bis 1943 fuhr die Linie 2, nach dem Krieg bis 1961 die Linie 37 („Ruinenschleicher“) durch die Straße.
Die Gründerzeit brachte reich gegliederte Fassaden wie die terrakottaverkleideten Neurenaissancehäuser Nr. 68 und 72, den Eckbau Nr. 93 (1897) mit der Wirtschaft „Scharfes Eck“ und das neubarocke Wohn- und Geschäftshaus Nr. 40 (1899–1900, Ludwig Herrmann). Besonders üppig war die Rokoko-Fassade des Wohn- und Geschäftshauses Nr. 36, das eine Aufnahme von 1905 festhält; dass die herausgeputzten Fassaden oft über die wahre Wohnqualität hinwegtäuschten, zeigt ein Blick von 1921 in die triste Hofsituation des Hauses Nr. 30, in dessen oberstem Geschoss ein Atelierfenster sitzt. Ateliers gab es in der Straße viele: Der Kunsthistoriker Wolfgang Ruppert zählt um 1900 allein in der Schelling- und Theresienstraße etwa 200 gemeldete Künstler. Im westlichen Abschnitt bezog Franz von Stuck in Theresienstraße 148 sein erstes Atelier; dort soll auch Prinzregent Luitpold ein gern gesehener Gast gewesen sein – einmal, so heißt es, kam er überraschend während einer Aktsitzung vorbei, und Stuck bat das Modell, so zu bleiben, wie es war (Arz 2018, S. 82). Auch Hugo von Habermann und die polnischen Maler Władysław Czachórski und Franciszek Ejsmond hatten dort Ateliers. Im Frühjahr 1898 bezogen Thomas und Heinrich Mann gemeinsam ein Logis in Nr. 82.
An der Ecke Amalienstraße lag das Café Stefanie, das der Konditormeister Karl Oberdorfer 1895 eröffnete und nach seiner Frau benannte; den Beinamen „Café Größenwahn“ erhielt es von Franziska Gräfin zu Reventlow. Es war eines der wenigen Münchner Lokale, die erst um drei Uhr nachts schließen mussten, und wurde zum zweiten Zuhause für Literaten, Schauspieler und Studenten: Hier wurde debattiert, Schach gespielt, gezeichnet, musiziert, geschrieben und häufig auf Pump gelebt (Bäumler u. a. 2015, S. 51). Die Liste der Stammgäste reicht von Johannes R. Becher, Kurt Eisner, Leonhard Frank und Paul Klee über Gustav Landauer, Heinrich Mann, Gustav Meyrink und Erich Mühsam bis zu Erwin Piscator, Roda Roda, Ernst Toller und Frank Wedekind. An seinen Tischen wurden die Ideen der „Elf Scharfrichter“ geboren, des ersten politischen Kabaretts Deutschlands, das am 12. April 1901 in der nahen Türkenstraße 28 Premiere hatte – und ebenso die endlosen Programmdebatten, die 1904 zu seinem Ende führten. Mit dem Alten Simpl der Kathi Kobus in der Türkenstraße bildete das Stefanie das Zentrum der Schwabinger und Maxvorstädter Bohème. Leonhard Frank hat den überfüllten Hauptraum mit glühendem Kohlenofen, modrigen Polsterbänken, rotem Plüsch und dem Kellner Arthur, der die Schulden seiner Gäste in einem zerschlissenen Büchlein notierte, in „Links wo das Herz ist“ unvergesslich beschrieben.
Von 1914 bis 1929 wohnte der Arzt und Schriftsteller Hans Carossa in der Theresienstraße 46. In der Revolution am Ende des Ersten Weltkriegs stellten sich die Soldaten der Türkenkaserne auf die Seite Kurt Eisners; 1919 zog das letzte Regiment in neue Kasernen am Stadtrand, ein Jahr später übernahm die Landespolizei die Räume, und das NS-Regime nutzte die Anlage wieder militärisch. Die NS-Zeit hinterließ in der Straße auch andere Spuren: Das Büro von Hitlers Lieblingsarchitekten Paul Ludwig Troost, der den Königsplatz zur steinernen Machtzentrale umbaute, lag „quasi um die Ecke“ in der Theresienstraße 148. Das 1938 abgegrenzte „Stadtgebiet der nationalsozialistischen Bewegung“ reichte bis an die Theresienstraße; auf dem Kasernengelände plante Hitler einen „Platz der NSDAP“ mit seiner eigenen Grabstätte, nördlich der Theresienstraße ein „Haus der Deutschen Arbeitsfront“ (Köpf 2005, S. 123, 131). Der Zweite Weltkrieg traf die Straße außerordentlich hart: Das Café Stefanie fiel einer Bombe zum Opfer, die Neue Pinakothek wurde zur Ruine, die teilweise zerstörte Kaserne diente noch einige Jahre als Wohn- und Gewerberaum, bevor man sie endgültig abriss; nur das Türkentor mit einer Tafel für das „ruhmreiche Königlich Bayerische Leib-Regiment“ blieb stehen. Nach Angaben des München-Wikis überstanden von rund 160 älteren Gebäuden nur die heute 16 denkmalgeschützten.
Der Wiederaufbau prägte die Straße neu. Sep Ruf errichtete 1951/52 an der Ecke Türkenstraße für den „Nürnberger Verein zur Behebung der Wohnungsnot e. V.“ das achtgeschossige Wohnhochhaus Nr. 46–48, das erste Münchner Wohnhochhaus. Für den Kritiker Hans Eckstein hatte es „für das so stark von konservativem Lokalgeist beherrschte Planen und Bauen in München größte Bedeutung“ (Huse 2009, S. 220). Am westlichen Ende war schon 1948 – ohne Baugenehmigung, aber mit Unterstützung von Stadt und US-Army – das erste Haus der Wohnheimsiedlung Maßmannplatz nach Entwürfen des Architekturstudenten Werner Wirsing entstanden, ein heute denkmalgeschütztes Zeichen für einen modernen Wiederaufbau. Der aus Dresden geflohene Heyne-Verlag bezog 1950 Räume in der ehemaligen Türkenkaserne. Für die TU entstanden 1957–1965 das „Hochvolthaus“ und das Institut für Elektrotechnik an der Theresienstraße 90, wo auch das Ohm-Denkmal von 1895 wieder aufgestellt wurde. Der Flächennutzungsplan von 1965 wies die Maxvorstadt als Kerngebiet aus: Die LMU sollte sich bis zur Theresienstraße ausdehnen, der Freistaat kaufte in der Schelling- und Amalienstraße Wohnhäuser zum Abbruch – ein Bürgerwiderstand, aus dem 1968 das Münchner Forum hervorging, bremste diese Pläne. Auf dem Kasernengelände bezog die LMU in den 1970er Jahren gleichwohl die Institutsbauten Nr. 37–41; kurz vor dem Umzug der Mineralogischen Staatssammlung in die Nr. 41 raubten Einbrecher 1972 eine große Zahl ihrer besten Stücke. Der südliche Teil des Geländes war als Gastspielort des Zirkus Roncalli lange als „Roncalliplatz“ bekannt. Am 18. Oktober 1980 ging der U-Bahnhof Theresienstraße unter der Kreuzung Augustenstraße in Betrieb, 1981 eröffnete die von Alexander von Branca entworfene postmoderne neue Neue Pinakothek.
Seit 2002 füllt sich der Rest des Kasernengeländes mit Museen: der Pinakothek der Moderne (Stephan Braunfels) und 2009 dem Museum Brandhorst von Sauerbruch Hutton, dessen Eingang an der Ecke Türken-/Theresienstraße liegt. Verkehrlich blieb die Straße lange eine Einbahnstraße; 2018 wurde diese Regelung aufgehoben, 2021 wurden die 2020 eingerichteten Pop-up-Radwege dauerhaft markiert.
Die Theresienstraße ist heute eine Straße der Wissenschaft und der Museen: Im Osten liegen die Institute der LMU und das Museum Brandhorst, in der Mitte das Kunstareal mit der Neuen Pinakothek (seit 2019 wegen Generalsanierung geschlossen, Wiedereröffnung voraussichtlich um 2030), im Westen das Stammgelände und das Nordgelände der TU München. Das Museum Reich der Kristalle der Mineralogischen Staatssammlung (Nr. 41, Eingang Barer Straße) zeigt in einem abgedunkelten Raum leuchtende Geoden, Holzversteinerungen und Proben marsianischer Meteoriten. Der Elisabeth Sandmann Verlag sitzt in Nr. 40, die auf Architektur, Bauwesen und Grafik spezialisierte Fachbuchhandlung Karl Rau in Nr. 100. Ein Stück Handelsgeschichte lebt in Nr. 33 weiter: Der Getränkehandel Otto Pachmayr füllt seit 1867 Mineralwasser ab, stellt eine eigene Limonadenmarke her, bietet einen Nachfüllservice für Sodasiphons an und residiert noch immer in den ursprünglichen, mit alten Werbeplakaten geschmückten Räumen.
Mit ihren Galerien – etwa in den Nummern 18, 19, 25, 46, 48 und 56 – und ihrer Gastronomie zählt die Straße abschnittsweise zu den „pulsierenden Hauptschlagadern für Shopper und Kaffeedurstige“ des Univiertels. Die Brasserie Tresznjewski in Nr. 72, von Arz noch als „ebenso unverwüstliche wie beliebte Gastro-Institution“ geführt, schloss nach 32 Jahren zum Jahreswechsel 2024/25; seit Februar 2025 betreibt dort ein neues Team die „Kneipe 80“. Verkehrlich ist die Straße seit 2021 eine Fahrradachse mit durchgehend markierten Radwegen und nur noch einer Kfz-Spur je Richtung; die U2 hält am U-Bahnhof Theresienstraße an der Augustenstraße. Gewohnt wird vor allem im westlichen Abschnitt zwischen Luisenstraße und Maßmannpark, wo sich Nachkriegsbauten mit den wenigen erhaltenen Gründerzeithäusern und dem denkmalgeschützten Friseursalon „Salon Charlotte“ (Nr. 158) mischen. Der 2009 renovierte Maßmannpark am Straßenende mit seinem beliebten Skatepark und dem Maßmann-Denkmal von 1876 bildet den grünen Abschluss.
Der rustizierte Eckbau von Jakob Heilmann und Max Littmann wurde 1937/38 durch Heinrich Bergthold an der Theresienstraße erweitert; 2004 erhielt die Fassade den Fassadenpreis der Stadt.
Hier stand das Wohnhaus des Germanisten und Verfassers des Bayerischen Wörterbuchs, der von 1836 bis zu seinem Tod 1852 in der Theresienstraße lebte.
Im dritten Stock des nicht erhaltenen Mietshauses wohnte die Familie des Landschaftsmalers Carl Ernst Morgenstern; hier kam der Dichter der Galgenlieder zur Welt.
Vom Konditormeister Karl Oberdorfer gegründet und nach seiner Frau benannt, von Franziska zu Reventlow „Café Größenwahn“ getauft; bis drei Uhr nachts geöffnet, Treffpunkt der Bohème von Wedekind bis Mühsam und Ideenschmiede der „Elf Scharfrichter“. Im Krieg fiel es einer Bombe zum Opfer, Teile des Mobiliars stehen heute im Valentin-Karlstadt-Musäum.
Der Apotheker Otto Pachmayr, Schüler Pettenkofers, gründete 1867 seine Mineralwasserfabrik und kaufte 1873 Fabrik- und Wohnhaus in Nr. 33; das Stammhaus des Getränkehandels sitzt bis heute in den ursprünglichen Räumen.
Die Sammlung Udo und Anette Brandhorst zeigt Kunst seit 1945 hinter einer Fassade aus 36 000 farbigen Keramikstäben; der Eingang liegt an der Ecke Türkenstraße.
1824 zogen die ersten Soldaten ein, 1874 folgte der Nordtrakt an der Theresienstraße; später Prinz-Arnulf-Kaserne des Infanterie-Leibregiments, ab 1920 Landespolizei, im Krieg teilzerstört. Nur das Türkentor erinnert noch daran.
Institutsbauten für Physik, Mathematik und Geowissenschaften; in Nr. 41 zeigt die Mineralogische Staatssammlung Geoden, Holzversteinerungen und Marsmeteoriten – 1972, kurz vor dem Umzug hierher, raubten Einbrecher viele ihrer besten Stücke. Die LMU plant seit Jahren Abriss und Neubau für die Kunstwissenschaften.
Ludwig Herrmanns Bau mit reichem Stuckdekor und Eisenbalkon beherbergt heute den Elisabeth Sandmann Verlag.
Das erste Münchner Wohnhochhaus, für den „Nürnberger Verein zur Behebung der Wohnungsnot“ errichtet, mit durchlaufenden Balkonzonen und Ladenzone; für Hans Eckstein von „größter Bedeutung“ für das konservative Münchner Bauen. Im Vorgängerbau lebte 1914–1929 Hans Carossa, an den eine Tafel erinnert.
Im terrakottaverkleideten Eckhaus war 1992–2024 die Brasserie Tresznjewski, eine „ebenso unverwüstliche wie beliebte Gastro-Institution“; seit Februar 2025 betreibt ein Team um Marc Uebelherr hier die „Kneipe 80“.
Die Brüder wohnten kurz gemeinsam bei der Milchhändlerswitwe Walburga Permaneder – Thomas Mann übernahm den Namen später für die Buddenbrooks.
Das Institut für Hochspannungstechnik (Eichberg/Hart) ist aus Sicherheitsgründen durch einen Kiesgraben von der Straße abgesetzt; davor steht das Ohm-Denkmal von Wilhelm von Rümann (1895).
Am spitzen Winkel zur Schleißheimer Straße gab es seit dem Bau des Hauses die Löwenbräu-Wirtschaft „Zum scharfen Eck“, jahrzehntelang eine klassische Eckkneipe; zuletzt Bar und Live-Musik-Club.
Stucks erstes Atelier, in dem Prinzregent Luitpold gern vorbeischaute; Czachórski und Ejsmond arbeiteten hier 1888–1894. In den 1930er Jahren hatte Hitlers Architekt Paul Ludwig Troost hier sein Büro; in den 1950er bis 1970er Jahren baute Josef Appel in der Werkstatt zerlegbare Kunststoffkajaks.
Im Erdgeschoss des Baus von Friedrich Adam besteht seit 1904 ein Friseursalon, dessen Ausstattung von etwa 1910 bis 1960 mit unter Denkmalschutz steht.
Wohnte von 1836 bis zu seinem Tod 1852 in der Theresienstraße 9; eine Gedenktafel erinnert an das nicht erhaltene Haus.
Der Konstrukteur des „Brandtauchers“ (1850) soll nach Angaben des München-Wikis in der Theresienstraße 69 gelebt haben; er starb 1875 in München.
Schüler Pettenkofers und Mitarbeiter der Hofapotheke; gründete 1867 seine Mineralwasser- und Limonadenfabrik und kaufte 1873 Fabrik- und Wohnhaus Theresienstraße 33, bis heute Sitz des Unternehmens.
Wurde am 6. Mai 1871 in der Theresienstraße 12 geboren, wo seine Familie im dritten Stock wohnte; 1878 zog die Familie in die Obere Nymphenburger Straße.
Bezog 1889 sein erstes Atelier im Atelierhaus Theresienstraße 148, wo Prinzregent Luitpold gern zu Besuch kam; mit seinen Akten ermalte er sich die Villa Stuck, in die er 1898 zog.
Der polnische Salonmaler mietete 1888–1894 Atelier und Wohnung im linken Rückgebäudeflügel der Theresienstraße 148.
Wohnte vom 29. April bis Juli 1898 mit seinem Bruder Heinrich im Erdgeschoss der Theresienstraße 82 bei der Milchhändlerswitwe Walburga Permaneder.
Teilte 1898 das Logis in der Theresienstraße 82 mit seinem Bruder Thomas; später Stammgast im nahen Café Stefanie.
Stammgast des Café Stefanie an der Ecke Amalien-/Theresienstraße; für ihn war die Bohème keine asoziale, sondern eine „tief im Wesen des Menschen“ wurzelnde Eigenschaft.
Stammgast des Café Stefanie, das er in seinem autobiographischen Roman „Links wo das Herz ist“ als seine „Universität“ und mit dem Kellner Arthur als wahrem Mäzen der Bohème beschrieb.
Lebte von 1914 bis 1929 in der Theresienstraße 46; eine 1978 angebrachte Rundtafel am Sep-Ruf-Haus erinnert daran.
Hitlers bevorzugter Architekt, der die NSDAP-Bauten am Königsplatz entwarf, hatte sein Büro in der Theresienstraße 148; er starb 1934 noch vor Baubeginn.
Entwarf 1951/52 das Wohnhochhaus Theresienstraße 46–48 für den Nürnberger Verein zur Behebung der Wohnungsnot – das erste Münchner Wohnhochhaus und ein Schlüsselbau der Nachkriegsmoderne.
Seine mit Anette Brandhorst aufgebaute Sammlung moderner Kunst ist seit 2009 im Museum Brandhorst an der Theresienstraße 35a zu sehen.
Anlage der Straße im Raster der Maxvorstadt, zunächst als „Feldweg“, „Musen-“, „Wind-“ und „Pfeilstraße“.
Gesamtbenennung „Theresienstraße“ nach Kronprinzessin Therese am 1. Dezember.
Die Wohn- und Stallbaracken des Militärs an der Theresienstraße werden Richtung Arcisstraße für 300 Soldaten und 777 Pferde erweitert.
Baubeginn der Türkenkaserne; im November 1824 ziehen die ersten Soldaten des Infanterie-Regiments „König“ ein.
Explosion des Pulverturms auf dem Militärgelände – kaum ein Haus zwischen Karl- und Türkenstraße bleibt heil.
Eröffnung der Neuen Pinakothek an der Ecke Barer Straße.
Christian Morgenstern wird in der Theresienstraße 12 geboren.
Otto Pachmayr kauft Fabrik- und Wohnhaus Nr. 33; die Türkenkaserne erhält ihren Nordtrakt an der Theresienstraße.
Karl Oberdorfer eröffnet an der Ecke Amalienstraße das Café Stefanie, das spätere „Café Größenwahn“.
Thomas und Heinrich Mann wohnen in der Theresienstraße 82.
Das letzte Regiment verlässt die Türkenkaserne, die Landespolizei übernimmt die Räume.
Bombenangriffe zerstören Café Stefanie, Neue Pinakothek und den Großteil der Bebauung.
Erstes Haus der Wohnheimsiedlung Maßmannplatz (1948); Sep Rufs Wohnhochhaus Theresienstraße 46–48 (1951/52).
Der Flächennutzungsplan sieht die Ausdehnung der LMU bis zur Theresienstraße vor; Bürgerwiderstand, 1968 Gründung des Münchner Forums.
Eröffnung des U-Bahnhofs Theresienstraße am 18. Oktober 1980; 1981 Eröffnung der neuen Neuen Pinakothek von Alexander von Branca.
Eröffnung des Museums Brandhorst am 21. Mai; Renovierung des Maßmannparks.
„Das Bohème-Café Stefanie bestand aus einem Nebenraum, an dessen Fenstertischen Münchner Berühmtheiten jeden Nachmittag Schach spielten vor zuschauenden Straßenpassanten, und dem größeren Hauptraum mit einem glühenden Kohlenofen, versessenen, stark nach Moder riechenden Polsterbänken, rotem Plüsch, und dem Kellner Arthur, der in ein zerschlissenes Büchlein, notdürftig zusammengehalten von einem Gummiband, die Pfennigsummen notierte, die seine Gäste ihm schuldig blieben.“Leonhard Frank, Links wo das Herz ist, zit. n. Arz 2018, S. 41
Online-Quellen