Straßen
Vierzehn Achsen, ein Raster, zwei Jahrhunderte: die Straßen, an denen sich die Geschichte der Maxvorstadt ablesen lässt — Namen, Häuser, Bewohner.
Vierzehn Straßen, ein Viertel
Vierzehn Straßen tragen die Maxvorstadt. Neun laufen von Süden nach Norden — Augustenstraße, Luisenstraße, Arcisstraße, Barer Straße, Türkenstraße, Amalienstraße, die Prachtachse Ludwigstraße und in der Schönfeldvorstadt am Englischen Garten Kaulbachstraße und Königinstraße —, fünf queren sie von Osten nach Westen: Schellingstraße, Theresienstraße, Gabelsbergerstraße, Brienner Straße und Karlstraße. Zusammen bilden sie das Raster, das Friedrich Ludwig Sckell und Karl von Fischer nach 1808 über die Felder vor dem Schwabinger Tor legten und das Leo von Klenze weiterführte, und die Adressen, an denen sich seither Münchner Geschichte verdichtet hat: Kasernen und Kunstakademie, Bohème und Bierkeller, Universität und Parteizentrale, Pinakotheken und Studentenkneipen, Staatsbibliothek und Kammerspiele, Palais und Villen.
Jede Straße hat eine eigene Seite: Woher der Name kommt, wie sie bebaut wurde, welche Hausnummern zählen, wer hier gelebt und gewirkt hat — mit Chronik und Literaturangaben aus der Bibliothek von Maxvorstadt Vibes. Die Karte ist schematisch; wer die Straßen abgehen will, findet die Routen unter Rundgänge.
Türkenstraße
Vom Kunstareal zur Kneipenmeile: die Straße der Elf Scharfrichter, des Simplicissimus, der Türkenkaserne und der kleinen Läden.
Zur Straße → № 02 · benannt 1857 · 1,9 kmSchellingstraße
Universitätsstraße, Bohème-Kneipenmeile, „Geburtsstätte der Bewegung“ und Straße der Osterunruhen 1968: die Ost-West-Achse des Studentenviertels.
Zur Straße → № 03 · benannt 1812 · 1,5 kmTheresienstraße
Die lange Ost-West-Achse der Maxvorstadt zwischen Universität, Pinakotheken und Technischer Universität – einst Kasernen- und Künstlerstraße mit dem Café Größenwahn, heute Museumsmeile mit dem ersten Münchner Wohnhochhaus von Sep Ruf.
Zur Straße → № 04 · benannt 1826 · 1,6 kmBarer Straße
Die Museumsachse der Maxvorstadt: Zwischen Karolinenplatz und Nordendstraße reihen sich Alte und Neue Pinakothek, Pinakothek der Moderne und Gründerzeitfassaden an der Trambahnstrecke – und dazwischen liegen das Palais der Lola Montez, das NS-Parteiviertel und die Wohnungen von Thomas Mann, Duchamp und Oskar Maria Graf.
Zur Straße → № 05 · benannt 1812 · 1,45 kmLuisenstraße
Lange Nord-Süd-Achse vom Hauptbahnhof am Königsplatz vorbei bis zum Alten Nordfriedhof: Luisengymnasium, Heyse-Villa, Lenbachhaus und TU München liegen an ihr.
Zur Straße → № 06 · benannt 1812 · 830 mAmalienstraße
Die Straße hinter der Universität: Antiquariate, Cafés und dicht erhaltene Historismus-Fassaden zwischen Café Stefanie, Klingenbeck-Gedenken, „Witwe Bolte“ und Amalienpassage – und die Wiege der Wienerwald-Kette.
Zur Straße → № 07 · benannt 1822 · 1,0 kmLudwigstraße
Ludwigs I. Prachtstraße vom Odeonsplatz zum Siegestor: Klenzes Palastfassaden im Süden, Gärtners Rundbogenbauten im Norden – mit Staatsbibliothek, Ludwigskirche und Universität.
Zur Straße → № 08 · benannt 1812 · 1,33 kmAugustenstraße
Die westlichste Rasterstraße der Maxvorstadt: vom Delphinbrunnen an der Dachauer Straße bis zur Josephskirche – Wiege der Münchner Kammerspiele, Wohnstraße, Kneipenmeile.
Zur Straße → № 09 · benannt 1862 · 1,35 kmGabelsbergerstraße
Lange Ost-West-Achse von St. Markus am Altstadtring bis zur Dachauer Straße: Pinakothek der Moderne, Alte Pinakothek, Ägyptisches Museum, HFF und TU liegen an ihr – und ein vergessenes NS-Bauprojekt darunter.
Zur Straße → № 10 · benannt 1808 · 1,46 kmKöniginstraße
Grüne Randstraße am Englischen Garten: vom Prinz-Carl-Palais an US-Generalkonsulat, Schönfeld-Villen und Tierklinik vorbei nach Schwabing zu Allianz und Munich Re.
Zur Straße → № 11 · benannt 1826 · 1,4 kmBrienner Straße
Vom Fürstenweg zur Prachtstraße: vom Odeonsplatz über Wittelsbacher-, Karolinen- und Königsplatz zum Stiglmaierplatz – Palais, NSDAP-Zentrale und Erinnerungsort an einer Achse.
Zur Straße → № 12 · benannt 1826 · 1,4 kmArcisstraße
Vom Königsplatz zum Alten Nordfriedhof: Palais Pringsheim und Führerbau, Münchner Abkommen und Collecting Point, TU München und Pinakotheken – eine Straße voller Brüche.
Zur Straße → № 13 · benannt 1808 · 1,3 kmKarlstraße
Lange Ost-West-Achse vom Lenbachplatz zum Marsfeld: St. Bonifaz mit dem Grab Ludwigs I., klassizistische Mietshäuser, das NS-Parteiviertel, Obdachlosenhilfe und Apples Chip-Zentrum „Karl“.
Zur Straße → № 14 · benannt 1887 · 1,45 kmKaulbachstraße
Villenstraße der Schönfeldvorstadt zwischen Staatsbibliothek und Englischem Garten: Kaulbach-Villa, Institut français, Hochschule für Philosophie – und Adressen von Frauenrechtlerinnen, Boheme und NS-Macht.
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